Warum wir bei Schlafproblemen Kirschsaft trinken sollten

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Schlaflosigkeit ist ätzend. Man wälzt sich stundenlang umher, während tausend – meist negative – Gedanken durch den Kopf flirren. Doch jetzt gibt es einen neuen Helfer aus unerwarteter Richtung.

Kirschen als Einschlafhilfe

“Es gibt den Kult der Schlaflosigkeit. Ich bin ein Teil davon. Seit zehn Jahren. Diejenigen, die nicht zum Kult gehören, mögen sagen: ‘Wenn du nicht schlafen kannst, kannst du lesen, Fernsehen schauen, lernen oder irgendetwas anderes machen.’ Diese Art von Satz nervt jeden Anhänger des Kultes sehr. Der Grund ist einfach. Der Schlaflose hat nur eine Besessenheit: zu schlafen.” So heißt es in Paolo Sorrentinos Film ‘La conseguenze dell’amore’ über einen schlaflosen Italiener. Jeder, der schon einmal schlaflos war, wird dem zustimmen können. Schlaflosigkeit ist eine Qual, vor allem über längere Zeit. Sie lähmt uns des Nachts und fesselt uns des Tags über, weil uns vor lauter Müdigkeit die Glieder brennen.

Nun hat allerdings die Louisiana State University eine erstaunliche Entdeckung gemacht, die den Kult der Schlaflosigkeit aufbrechen könnte. Das Hilfsmittel heißt Kirschsaft.

Ganz besonderer Kirschsaft

Aber nicht jeder Kirschsaft hilft gegen Schlaflosigkeit. Die Wissenschaftler der US-amerikanischen Universität führten die Untersuchung mit Saft aus Montmorency Sauerkirschen durch, der ein erstaunliches Ergebnis lieferte. Das Team wies eine Gruppe von älteren Freiwilligen dazu an, jeden Tag 240 Milliliter Saft aus Montmorency-Kirschen oder ein Placebo zu trinken.

Die Getränke sollten einmal am Morgen und einmal am Abend, zwei Stunden vor dem Zubettgehen, eingenommen werden. Das Prozedere sollte jeden Tag über zwei Wochen wiederholt werden. Anschließend tauschten die Gruppen ihre Medikamente: Die Gruppe, die vorher den Kirschsaft getrunken hatte, nahm nun über einen Zeitraum von zwei Wochen das Placebo ein.

Kirschen gegen Kynurenin

Basierend auf diesem Ergebnis machten die Forscher folgende Beobachtung: Die Menschen, die den Kirschsaft getrunken hatten, schliefen im Durchschnitt 84 Minuten länger als die Personen, die ein Placebo genommen hatten. Als daraufhin das Blut untersucht wurde, wurde ein möglicher Grund ersichtlich, denn die länger Schlafenden verfügten über ein geringeres Level der Aminosäure Kynurenin, die bereits in der Vergangenheit mit gestörtem Schlaf in Verbindung gebracht wurde. Den Wissenschaftlern macht dieses Ergebnis Hoffnung. Allerdings handelt es sich nur um eine Pilotstudie, der noch weitere Tests folgen sollen.