Mit einem Zettel macht sich ein Burger-King-Mitarbeiter über Drogenabhängige lustig

Ein Zettel in einem Burger-King-Restaurant sorgt für Entrüstung – auch beim Unternehmen selbst. (Bild: Getty Images)

Mitten in der schlimmsten Drogen-Epidemie der Vereinigten Staaten macht sich ein Burger-King-Mitarbeiter über Suchtkranke lustig. Der Zettel, der in einem Restaurant im Bundesstaat Massachusetts aufgehängt wurde, rief sogar die Polizei auf den Plan.

Die USA hat mit einer wahren Drogen-Epidemie zu kämpfen: Ganze Regionen werden von sogenannten Opioiden – also künstlichen Substanzen wie Fentanyl und Oxycodon – überschwemmt. 60.000 Menschen starben 2016 nach Hochrechnungen der „New York Times“ an einer Überdosis, Hunderttausende überleben sie jedes Jahr nur knapp. Dieses Hintergrundwissen ist nötig, um zu begreifen, wie zynisch der Inhalt eines Zettels ist, den ein Mitarbeiter von Burger King in Worcester im US-Bundesstaat Massachusetts aufgehängt hat.

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Darauf steht: „Sie dürfen NUR EINE Überdosis nehmen, dann sind Sie aus diesem Laden verbannt.“ Über den Vorfall berichtete unter anderem „CBS“. Wie es in einem Beitrag des US-Senders heißt, hat der Zettel sogar die Polizei auf den Plan gerufen, die den Fall nun untersuchen werde. Wer die Polizei über den Vorfall verständigt hat, ist unklar.


Burger King distanzierte sich sofort von dem Schrieb des Mitarbeiters. „Die Handlungen des Mitarbeiters stellen einen Einzelfall dar und geben nicht die Werte der Marke Burger King wider”, zitiert der Sender aus einer Unternehmens-Mitteilung. Aktionen wie diese würden Drogensüchtige weiter stigmatisieren, sagte Georganna Koppermann von der Suchtberatungsstelle AdCare zu CBS. „Wir befinden uns inmitten einer Opioid-Krise und Zeichen wie dieses helfen nicht.”

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Laut dem Regional-Portal „MassLive” gab es in dem entsprechenden Burger-King-Restaurant zwischen 2016 und 2017 insgesamt neun Fälle, bei denen Menschen eine Überdosis auf der Toilette genommen haben. Experten werten die Drogenepidemie als Symptom einer dramatischen sozialen Krise. Die medizinische und therapeutische Betreuung von Suchtkranken ist jetzt schon äußerst dürftig und wenn es nach Donald Trump geht, sollen sie weiter eingeschränkt werden. Er möchte Suchttherapien komplett aus dem Angebot der Krankenversicherung streichen.

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