Mit dieser klugen Taktik will sich die Otto Group mit Amazon anlegen

Amazon sorgt immer wieder für negative Schlagzeilen – die Otto Group weiß das für sich auszunutzen. (Bild: ddp)

Seit einigen Jahren bemüht sich die Otto Group um ein jüngeres, frischeres Image. Nun stellt das zweitgrößte Online-Haus in Deutschland eine vielversprechende Taktik vor, mit der es Händler und Kunden gleichermaßen locken will.

Des einen Leid ist ja bekanntlich des anderen Freud… Dass sich Amazon in den vergangenen Monaten immer wieder mit Negativ-Schlagzeilen ins Gespräch gebracht hat, weiß die Otto Group auf jeden Fall für sich zu nutzen. Wie „Welt.de“ berichtet, wollen sich die Hamburger nun als ethisch einwandfreie Alternative zum Marktführer Amazon positionieren und sind derzeit auf Online-Händler-Fang. „Wir spüren große Begeisterung. Das Thema echte Partnerschaft und Fairness genießt hohe Wertschätzung“, wird Vorstandschef Alexander Birken von der Online-Zeitung zitiert.

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Echte Partnerschaft und Fairness –Schlagworte, die Amazon treffen dürften, sind es doch gerade die zwei Punkte, die vor allem kleinere Händler, die ihre Produkte beim Online-Riesen verkaufen, immer wieder bemängeln. Zwar bekommen sie auf Amazon im besten Falle eine enorme Reichweite, dafür aber auch jede Menge Konkurrenz. Nun verspricht Birken, dass die deutsche Otto-Plattform keine Produkte von Konkurrenten aus Südostasien anbieten werde, die keine Mehrwertsteuer abführen. Eine Taktik, die aufgehen könnte.

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Und auch die Amazon-Kunden, die ob der viel kritisierten Arbeitsbedingungen beim Online-Riesen ein schlechtes Gewissen haben, könnten die Seiten wechseln. Ihnen verspricht der Vorstandschef der Otto-Group soziale und ökologische Nachhaltigkeit. Bleibt zu hoffen, dass diesen vielversprechenden Worten nun Taten folgen. Am Geld wird es nicht scheitern – im vergangenen Jahr hat das Unternehmen rund 2.000 Mitarbeiter zusätzlich eingestellt, allein etwa 700 in Hamburg, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Der Umsatz stieg insgesamt auf knapp 13,7 Milliarden Euro. Der Gewinn vor Steuern kletterte um elf Prozent auf 405 Millionen Euro.

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