Mit dem Schlagstock gegen die Unabhängigkeit: 844 Verletzte

Der Tag des Referendums in Katalonien. Spanische Polizisten brechen die Scheibe einer Turnhalle ein, um sich Zugang zum dort eingerichteten Wahllokal zu verschaffen. Szenen wie hier in Girona gab es am Sonntag in Katalonien fast überall. Die Polizei versuchte die Menschen von der Stimmabgabe abzuhalten – um jeden Preis.

Die traurige Bilanz: mindestens 844 verletzte Bürger. Diese Zahl wurde vom katalanischen Gesundheitsministerium bestätigt. Und dabei handelt es sich nur um Verletzte, die sich auch behandeln ließen. Tatsächlich könnten es also noch viel mehr sein. Viele von ihnen waren keine Demonstranten, sondern Bürger, die friedlich ihre Stimme abgeben wollten.

Besonders rabiat ging die Polizei vor den Wahllokalen und auf den Straßen Kataloniens vor. Teilweise wurden Gummigeschosse und Schlagstöcke eingesetzt. Die Betroffenen wurden aufgerufen, bei den katalanischen Behörden Anzeige gegen die staatliche Polizeieinheit Guardia Civil zu erstatten.

Videos mit Aufnahmen der Gewalt gingen um die ganze Welt. Selbst entschiedene Gegner des Referendums und der Unabhängigkeit verurteilten das brutale Vorgehen. Ein Sprecher der Regionalregierung nannte den Polizeieinsatz politisch motiviert. Laut ihm hat die Guardia Civil bewusst Menschen verletzt.

Die spanische Zentralregierung dagegen bezeichnete das Vorgehen als verhältnismäßig. Außerdem seien auch einige Polizisten durch Steinewerfer verletzt worden. Europaweit riefen Politiker zum Dialog auf. Die europäischen Grünen schlugen die EU-Kommission als Vermittler vor.