Missverständnis: Folger verpasst Top-Platzierung

Jonas Folger rettete sich in Brünn auf den zehnten Platz

MotoGP-Neuling Jonas Folger (Mühldorf am Inn) hat beim Großen Preis von Tschechien nach seinem Höhenflug vom Sachsenring eine Enttäuschung erlebt.

Nach einem Missverständnis mit seiner Crew kam der 23 Jahre alte Yamaha-Pilot in Brünn trotz einer starken Vorstellung nicht über Rang zehn hinaus. Der souveräne Sieg beim zehnten Saisonrennen ging an Weltmeister Marc Marquez (Spanien/Honda).

Der Oberbayer Folger, der im letzten Rennen vor der Sommerpause beim Großen Preis von Deutschland als Zweiter für eine faustdicke Überraschung gesorgt hatte, erwischte einen Blitzstart und schoss von Startplatz 14 gleich um fünf Positionen nach vorne.

Zeitverlust an der Box

Allerdings verlor Folger sehr viel Zeit, als er am Ende der zweiten Runde bei abtrocknender Strecke auf sein Zweit-Motorrad mit Slick-Reifen wechseln wollte, seine Crew aber noch nicht bereit war.

"Ich kann dem Team nicht böse sein. Es tut mir leid für die Jungs, einige hatten Tränen in den Augen", sagte Folger nach seinem unnötigen zehnten Platz generös: "Wir sind alle Menschen, das passiert." Vom Ende des Feldes kämpfte sich Folger dank konstant starker Rundenzeiten zumindest noch zum siebten Mal in dieser Saison in die Top Ten vor.

Marquez und seine Crew demonstrierten dagegen, wie der Idealfall aussieht: Das auf Trockenverhältnisse abgestimmte Motorrad des dreimaligen MotoGP-Champions stand längst bereit, als dieser gleichzeitig mit Folger hereinkam.

Durch den Undercut machte Marquez viel Zeit auf seine Titelrivalen gut und fuhr ungefährdet seinen dritten Saisonsieg vor seinen Landsleuten Dani Pedrosa (Honda) und Maverick Vinales (Yamaha) ein.

Mit 154 Punkten führt Marquez das Gesamtklassement nun vor Vinales (140) an, dahinter folgen die Italiener Andrea Dovizioso (Ducati/133) und Valentino Rossi (Yamaha/132).

Nächste Enttäuschung für Cortese

Sandro Cortese erlebte in der Moto2 auch seine nächste Enttäuschung: Der frühere Motorrad-Weltmeister aus Berkheim schied nach einem Sturz auf regennasser Strecke aus.

Damit verpasste es der Moto3-Champion von 2012, sich nach Bekanntwerden seines Aus beim Team Intact GP (Suter) zum Saisonende nachdrücklich für einen neuen Rennstall zu empfehlen.

Das Chaos-Rennen, das in der achten von 20 geplanten Runden wegen Starkregens unterbrochen und lediglich für sechs Umläufe neu gestartet wurde, gewann der Schweizer Thomas Lüthi (Kalex) vor Alex Marquez (Spanien/Kalex) und dem Portugiesen Miguel Oliveria (KTM).

WM-Spitzenreiter Franco Morbidelli (Kalex) kam nicht über Rang acht hinaus, damit rückte der 30 Jahre alte Lüthi in der Gesamtwertung nach zehn von 18 Rennen bis auf 17 Punkte an den Italiener heran.

Öttl verpasst Top Ten

In der Moto3 hat Philipp Öttl (Ainring) sein viertes Top-Ten-Ergebnis der Saison verpasst. Der 21 Jahre alte KTM-Pilot kam in Brünn nicht über den 13. Platz hinaus. Wild-Card-Starter Tim Georgi (Berlin/KTM) hatte lange seine ersten WM-Punkte im Visier, am Ende erreichte der 17-Jährige den immer noch respektablen 18. Rang.

Der Sieg ging an WM-Spitzenreiter Joan Mir (Spanien/Honda), der sich im ersten Rennen nach der fünfwöchigen Sommerpause in einer vierköpfigen Spitzengruppe lange zurückhielt.

Bei seinem sechsten Saisonsieg im zehnten Rennen verwies der 19-Jährige, der 2018 in die Moto2 aufsteigt, Romano Fenati auf Rang zwei und baute seine WM-Führung auf den Italiener auf 42 Punkte aus. Der Spanier Aron Canet komplettierte als Dritter das reine Honda-Podium.

"Das war Schadensbegrenzung", sagte Öttl, der mit starken Hüftschmerzen fuhr: "Ich habe nicht von meiner Maschine absteigen können. Sie mussten mich runterheben, weil es so wehgetan hat. Beim Fahren war es zum Glück nicht so schlimm."