Nach Misstrauensvotum: Johnsons Führungsvermögen weiter in Frage gestellt

Der britische Premierminister Boris Johnson hat das Misstrauensvotum seiner Fraktion überstanden. Der Versuch, ihn aus dem Amt zu jagen, ist vorerst gescheitert.

Johnson will nun zurück zur Tagesordnung, doch wird ihm das gelingen? Wie sieht seine Zukunft aus, fragten wir den Politologen Tim Bale, Professor für Politik an der Queen Mary University of London. Er sagt: "So ein Votum zeigt, wie gering die Autorität des Premierministers eigentlich ist. Das trifft auch auf Boris Johnson zu. Es bedeutet nicht, dass er jetzt zurücktreten muss, aber es bedeutet, dass es zukünftig noch mehr Zweifel an seinem Führungsvermögen gibt."

Johnson, der auch Parteichef der Konservativen ist, hat mehr als 40 Prozent seiner eigenen Abgeordneten gegen sich.

Was wissen wir aus der Vergangenheit?

Tim Bale: "Die Vergangenheit hat gezeigt, dass es für Premierminister nach einem Misstrauensvotum nicht rosig aussieht. Denken Sie an Theresa May im Dezember 2018. Sie hatte noch deutlich mehr Rückhalt als Johnson, und doch war sie innerhalb von sechs Monaten weg vom Fenster."

Johnson war unter Druck geraten, nachdem Details über Partys in seinem Amtssitz in der Londoner Downing Street während der Corona-Lockdowns ans Licht gekommen waren.

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