Nach Misstrauensvotum: Johnson blickt ungewisser Zukunft entgegen

Der britische Premierminister Boris Johnson hat das Misstrauensvotum in seiner eigenen Partei überstanden, doch zufrieden über das Ergebnis der Abstimmung dürfte er wohl nicht sein - mehr als 40 Prozent der eigenen Parteikollegen votierten gegen ihn.

Zwar hatte im Vorfeld kaum einer daran geglaubt, dass Johnsons Parteikollegen dem Vorsitzenden und Regierungschef das Vertrauen entziehen würden, dennoch lässt das Ergebnis einen geschwächten Johnson zurück.

"Die Abstimmung über das Vertrauen in Boris Johnson als Regierungschef ergab 211 Stimmen, die Gegenstimmen lagen bei 148 Stimmen", erklärte Sir Graham Brady, der die Abstimmung leitete.

Die Unzufriedenheit unter den Tory-Abgeordneten hat zugenommen, seit dem im vergangenen Monat ein kritischer Bericht über illegale "Lockdown-Partys" in der Downing Street veröffentlicht wurde. Johnson wurde als erster Premier zu einer Geldstrafe verurteilt, weil er gegen die eigenen Regelungen verstoßen hatte.

Der Premierminister zeigte sich nach dem gescheiterten Misstrauensvotum dennoch zuversichtlich:

"Es ist ein überzeugendes-, entscheidendes Ergebnis. Und es bedeutet, dass wir als Regierung weitermachen und uns auf die Dinge konzentrieren können, die meiner Meinung nach für die Menschen wirklich wichtig sind."

Die Opposition hingegen sprach von einer Spaltung der konservativen Partei, die den Premierminister stützen würde: "Die konservativen Abgeordneten haben ihre Wahl getroffen. Sie haben die britische Öffentlichkeit ignoriert und sich und ihre Partei fest an Boris Johnson und alles, wofür er steht, gebunden. Die konservative Regierung glaubt nun, dass das Übertreten von Gesetzen kein Hinderungsgrund ist, um Gesetze zu verabschieden", sagte Sir Keir Starmer, Vorsitzender der Labour-Partei.

Johnson kann sich zunächst auf der sicheren Bank wähnen - für die nächsten zwölf Monate darf es laut Parteistatuten der Tories kein Misstrauensvotum aus den eigenen Reihen gegen ihn geben. Allerdings dürfte das schwache Ergebnis der Abstimmung den Druck auf den Premier weiter erhöhen - und das Regieren deutlich erschweren.

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