Missglückter Aprilscherz: Tesla-Chef Elon Musk steht immer wieder in der Kritik

Nachdem Elon Musk am 1. April getwittert hatte, seine Firma Tesla sei bankrott, brach die Aktie um sechs Prozent ein. Es ist nicht das erste Mal, dass Musk mit Worten oder Taten Kritik provoziert und Anleger verunsichert.

Elon Musks Scherz fanden nicht alle lustig (Bild: Getty Images)

Man könnte lustig finden, was Elon Musk am 1. April tweetete: “Trotz intensiver Versuche, Geld aufzutreiben, inklusive eines verzweifelten Massenverkaufs von Ostereiern, müssen wir leider mitteilen, dass Tesla komplett und absolut pleite ist. So pleite, man glaubt es gar nicht.“ Durch die Wortwahl ist klar, dass es sich dabei nur um einen Aprilscherz handeln kann. Und doch sorgte der Tweet dafür, dass die Tesla-Aktie am Montag mehr als sechs Prozentpunkte einbüßte. Warum?

 

Die Produktion des Model 3 hinkt hinterher

Schuld daran dürfte auch eine an die Öffentlichkeit gelangte interne Mail sein, in der Musk seinen Mitarbeitern mitteilt, das Model 3 hätte die Marke von 2000 produzierten Fahrzeugen in der Woche überschritten. Was Musk da feiert, ist eigentlich kein Grund zur Freude. Denn das selbst gesteckte Ziel lag bis Ende März eigentlich bei 2500 Autos pro Woche. Ein klares Zeichen dafür, dass es bei Tesla noch immer nicht so läuft, wie es eigentlich sollte.

Die Sache mit dem Flammenwerfer

Dafür, dass die Scherze des Milliardärs nicht immer gut ankommen, gibt es eine ganze Reihe an Beispielen. Zuletzt die Geschäftsidee, Flammenwerfer zu verkaufen. Auf einer Pressevorführung feixte der geborene Südafrikaner kürzlich: “Damit werden Sie jede Party aufmischen.“ Für 500 Dollar gibt es einen Feuerlöscher gratis dazu. Warum Musk die Dinger vertreibt, hat einen ziemlich albernen Hintergrund: Angeblich hat er sich vorgenommen, die Flammenwerfer nur dann zu entwickeln und zu verkaufen, wenn er 50.000 Werbe-Käppies seiner Boring Company (deutsch: Langweiler-Firma) verkauft hat.

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Kritiker meinen allerdings, Musk nutze solche Produkte nur, um von den wirklich großen Themen abzulenken. Zum Beispiel der Tatsache, dass Tesla zuletzt einen Rekord-Quartalsverlust von 675 Millionen Dollar verzeichnet hatte.

Tesla im Weltall

In eine ähnliche Kategorie fällt für Kritiker Musks PR-Aktion vom Februar. Da nämlich schickte er einen kirschroten Tesla Roadster an Bord einer Falcon-Heavy-Rakete ins All. Wie ein Asteroid wird der Roadster die Sonne immer wieder umrunden und in etwa fünf Jahren wieder an der Erde vorbeifliegen. Die Astronautenpuppe auf dem Fahrersitz wird rund um die Uhr mit David Bowies Lied “Space Oddity“ beschallt. Das Projekt lenkt die Aufmerksamkeit auch auf Musks Firma SpaceX, mit deren Hilfe eines Tages Flüge zum Mars realisiert werden sollen. Eine Firma übrigens, deren Gewinne noch auf sich warten lassen.

Vorwurf Vetternwirtschaft

Ob und wenn ja wie viel Gewinn Musks Firma SolarCity abwirft, ist nicht bekannt. Der weit größere Aufreger ist in diesem Fall aber ein anderer: Die Tatsache, dass Musk mit dem Ökostrom-Spezialisten ein Unternehmen übernommen hat, bei dem seine beiden Cousins Peter und London Ryve involviert sind und in dem er selbst größter Anteilseigner ist. Der Großinvestor Jim Chanos nahm das zum Anlass, um die Übernahme als “schlimmstes Beispiel für schamlose Unternehmensführung“ zu betiteln.

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Als Chef ein Tyrann

Wie Elon Musk sich gegenüber seinen Mitarbeitern verhält, trägt ebenfalls nicht dazu bei, sein Image zu verbessern. Die “Wirtschaftswoche“ zitiert aus einer Mail, die Musk einem Mitarbeiter schrieb, der die Geburt seines Kindes einer Firmenveranstaltung vorgezogen hatte: “Das ist keine Entschuldigung. Ich bin extrem enttäuscht. Sie müssen klären, wo Ihre Prioritäten liegen.“

Der Musk-Biograph Ashlee Vance berichtet von ehemaligen Mitarbeitern, die behaupten, Musk würde seine Angestellten mit unhaltbaren Zeitplänen unter Druck setzen und halte sie durch permanente Überforderung klein. Wer Widerworte wage, werde gefeuert. Als Tesla vergangenen Oktober hunderte Mitarbeiter vor die Tür setzte, sagte Musk knapp, ihre Leistung habe eben nicht den hohen Leistungen des Unternehmens entsprochen. Journalisten, die darüber berichteten, “sollten sich schämen“.

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Ein Video offenbart die Misere

Und dann ging im vergangenen November noch eine Botschaft von Musk nach hinten los. Auf Instagram hatte er ein Video hochgeladen, auf dem er auf dem Dach seiner Gigafactory in der Wüste Nevadas saß, einen Marshmallow grillte und “Ring of Fire“ von Johnny Cash sang. Cool sollte das wohl rüberkommen, doch auch hier ließen sich die Anleger nicht täuschen. Dass Musk nachts auf den Dächern der Batteriefabrik von Tesla war, offenbarte eigentlich, dass dort die Hütte brannte weil das Model 3 nicht in geplanter Höhe gefertigt werden konnte.