Missbrauchsverfahren gegen Berliner Jugendfußballtrainer eingestellt

Ein Prozess gegen zwei des versuchten sexuellen Missbrauchs angeklagte Berliner Fußballtrainer ist ohne Urteil zu Ende gegangen. Anklage und Verteidigung verständigten sich am Mittwoch vor dem Amtsgericht Tiergarten auf eine Verfahrenseinstellung. Die angeklagten früheren Jugendtrainer des BFC Dynamo, Dardan K. und Simon G., tragen auch nicht die Verfahrenskosten. Das vorläufige Ende ihrer Trainerlaufbahn sei Strafe genug, sagte die Staatsanwältin.

Die Eltern zweier Jungen, die vor Gericht über Nackenschläge und verschiedene Demütigungen durch die 26-Jährigen berichtet hatten, zeigten sich über die Einstellung empört. Das Verfahren drehte sich hauptsächlich um eine Reihe ekelerregender oder entwürdigender Aufgaben im Rahmen eines Spiels zwischen fünf Spielern und den beiden Trainern während eines Fußballturniers.

Im Rahmen eskalierter Mutproben sollen die damals Zehn- und Elfjährigen unter anderem an Zehen und Achselhöhlen ihrer Trainer geleckt sowie Spülwasser aus der Toilette getrunken haben. Viele der Vorwürfe konnten durch die nicht eindeutigen und teils widersprüchlichen Aussagen der beteiligten Kinder nicht belegt werden. Die Anklagevertreterin sagte, zumindest die Vorwürfe eines Sexualdelikts sowie der Nötigung seien "vom Tisch".