Misereor kritisiert Bayer wegen Monsanto-Übernahme

Monsanto geht an Bayer. Jetzt kritisiert Pirmin Spiegel, Chef des katholischen Hilfswerks Misereor, Bayer wegen der Milliarden-Übernahme. Das habe „teils schwerwiegenden Folgen“ für die Landwirte.

Der Hauptgeschäftsführer von Misereor, Pirmin Spiegel, warnt nach der erfolgten Genehmigung der Monsanto-Übernahme durch die EU-Kommission vor „teils schwerwiegenden Folgen“ für die Landwirte, insbesondere in Asien, Afrika und Lateinamerika. „Bayer hätte dann einen großen Teil des weltweiten Saatgutmarktes unter seiner Kontrolle. Das könnte zu steigenden Preisen für Saatgut, Dünger und Pestiziden und zu weniger Auswahl und geringerer Innovationen im Agrarsektor führen“, sagte Spiegel gegenüber WirtschaftsWoche Online. Durch die Förderung großflächiger, ertragreicher Monokulturen wie Soja und Mais hätten Bauern und Bäuerinnen auf ihrem Land keine Zukunft; Böden und Grundwasser wären betroffen und damit ebenso die Gesundheit der Menschen in den Anbaugebieten. Große Konzerne investieren laut Spiegel vor allem in Cash-Crops, also Mais, Soja und Weizen, „die weltweit auf riesigen Flächen angebaut werden und nur mit Spritzmitteln und Düngemitteln der eigenen Konzerne Höchstertrag bringen.“ Zudem verschwänden  auch standortangepasste Sorten, die wegen ihrer genetischen Vielfalt besonders anpassungsfähig an den Klimawandel seien. „All diese Entwicklungen bringen uns im Kampf gegen Hunger und Unterernährung kaum vorwärts. Zentralisierungs- und Monopolisierungstendenzen sind in keinem Wirtschaftszweig gesund“, so Spiegel.