Größter Erfolg seit 1936! Die Helden des irren Eis-Wunders

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Größter Erfolg seit 1936! Die Helden des irren Eis-Wunders
Größter Erfolg seit 1936! Die Helden des irren Eis-Wunders

Den 26. Mai 2021 werden Eishockey-Fans in Großbritannien so schnell nicht mehr vergessen. (Alles Wichtige zur WM 2021)

Nach beinahe 60 Jahren hat es die britische Nationalmannschaft mit dem 4:3-Sieg gegen Belarus erstmals wieder geschafft, auf diesem Niveau einen Sieg in der regulären Spielzeit einzufahren und somit Geschichte zu schreiben.

Es war das beste Ergebnis seit dem Gewinn der olympischen Goldmedaille im Jahr 1936.

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"Das war eine fantastische Leistung gegen ein sehr gutes Team. Wir wussten als Trainerstab, wenn sie so weiterspielen, werden sie ihren Moment bekommen - und das ist ihr Moment", schwärmte Assistenzcoach Adam Keefe nach der Partie.

Großbritannien gelingt historischer Coup

Gerade mit Blick auf die Kader der beiden Mannschaften wird klar, welche Bedeutung dem britischen Sieg zukommt: Belarus' Mannschaft ist mit vielen Topspielern gespickt und hat deutlich mehr Erfahrung aufzuweisen.

Insgesamt bringt es Belarus auf mehr als 500 NHL- und 5.000 KHL-Einsätze der Profis, während keiner von Großbritanniens Spieler jemals in einer der Top-Ligen in Nordamerika oder Europa gespielt hat.

Bei dem historischen Coup hat sich ein Akteur ganz besonders in den Fokus gespielt: Liam Kirk. Der 21-Jährige avancierte mit zwei Treffern zum Matchwinner und katapultierte sein Team auf einen sensationellen fünften Platz in Gruppe A - noch vor großen Eishockey-Nationen wie Schweden und Tschechien.

Aber damit nicht genug: Kirk führt mit vier Treffern in vier Spielen obendrein gemeinsam mit Dänemarks Nicklas Jensen die Torschützenliste der Weltmeisterschaft in Lettland an.

Kirk träumt weiter von NHL

"Liam war hervorragend", adelte ihn Stürmerkollege Matthew Myers. "Sein Spiel hat sich in den letzten drei Jahren massiv verbessert. Er hat in den letzten 18 Monaten nicht viel Eishockey gespielt, um in die Elite Series zu kommen, aber er hat großartig gespielt."

Für Kirk hat die Eishockey-WM - was seine Karriere angeht - eine höhere Bedeutung. Denn: Der Stürmer will mit guten Leistungen glänzen, in der Hoffnung, seinen NHL-Traum neu entfachen zu können.

Kirk war der erste in England geborene und ausgebildete Spieler, der im Draft der besten Eishockey-Liga der Welt ausgewählt wurde - und zwar 2018 von den Arizona Coyotes. Doch nachdem er gute Fortschritte gemacht hatte, fand seine Zeit beim Entwicklungsteam Peterborough Petes durch die Corona-Pandemie ein abrupten Ende.

Es folgte die Rückkehr zu seinem Ex-Klub Sheffield Steelers in der Elite Ice Hockey League. Doch spielt der junge Knipser bei der WM in Riga weiter derart auf, könnte er seinem NHL-Traum wieder einen großen Schritt näher kommen.

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Bowns wird von Schiedsrichter geadelt

Die Briten haben sogar noch eine weitere Personalie in ihren Reihen, die begeistert. Die Rede ist von Goalie Ben Bowns, der gegen Belarus erneut eine starke Performance ablieferte.

"Es war einfach eine großartige Leistung der gesamten Mannschaft. Bowns stand wieder auf dem Kopf und wir sind so froh darüber. Wir versuchen einfach, das Richtige zu tun und werden weitermachen", erklärte Mitspieler Ben Davies.

Bereits gegen die Slowakei brachte Bowns seine Gegner zur Verzweiflung und konnte insgesamt stolze 41 Paraden verzeichnen. Das begeisterte selbst den Schiedsrichter. Nach einer weiteren Paraden-Serie des 30-Jährigen sagte ein Mitglied des Schiedsrichter-Teams zum anderen: "Gebt diesem Torhüter einen Vertrag – sofort!"

Auch die offizielle Twitter-Seite der Eishockey-WM zeigte sich begeistert von den zahlreichen Glanzparaden von Bowns, der bei der 1:7-Auftaktpleite der Briten gegen Russland noch auf der Bank gesessen hatte.

Bowns: "England immer besser geworden"

Bevor der Torhüter bei der Weltmeisterschaft für Furore sorgte, stand er zuletzt bei Graz in der österreichischen Eishockey-Liga im Tor. 2020 war er von den Cardiff Devils zu den 99ers gewechselt.

"Ich kenne ja die Klischees, dass britische Eishockeyspieler nicht so gut sind. Aber diese Zeiten sind vorbei, ich komme aus keiner Bierliga. Das Eishockey in England ist in den letzten 15 Jahren immer besser geworden", erklärte er damals bei seiner Ankunft im Sommer.

Dafür hat Großbritannien mit dem Sieg gegen Belarus einen beeindruckenden Beweis geliefert.

Gegen die Schweden, die in der Tabelle hinter den Briten liegen, bekommen Kirk, Bowns und Co. am Freitag (ab 15.10 Uhr LIVE im TV auf SPORT1+) die nächste Chance dafür.

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