"Mir tut es weh" - Bierhoffs emotionaler Appell

SPORT1
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"Es ist so, dass wir mit der Nationalmannschaft Sympathien verspielt haben", gab Oliver Bierhoff, Direktor Nationalmannschaften und Akademie, vor den anstehenden Länderspielen gegen Tschechien, gegen die Ukraine und in Spanien zu.

"Wir sind nicht mehr Deutschlands liebstes Kind und das Lagerfeuer. Diese Mannschaft kann das aber sein und der Zustand ist nicht unser Anspruch", führte der der 52-Jährige aus. Der 70-malige Nationalspieler hofft, dass sich die Wahrnehmung des DFB-Teams, die seit der WM 2018 enorm gelitten hat, schnellstmöglich wieder ändert.

"Wir wissen, dass wir unsere Fans dort enttäuscht haben. Wir wollen das Vertrauen aber Stück für Stück zurückarbeiten. Seit dem Umbruch sind die jungen Spieler das mit Herz und Leidenschaft angegangen – mit allen Schwierigkeiten, die da sind", sagte Bierhoff.

Bierhoff emotional: "Mir tut es weh..."

Der Umbruch hat bislang allerdings nicht bei allen Fußballfans in Deutschland einen positiven Eindruck gemacht. Die Kritik war zuletzt schärfer geworden, das Interesse ging hingegen zurück.

"Mir tut es weh, wie mit den jungen Spielern umgegangen wird. Da zieht eine dunkle Wolke über der Nationalmannschaft auf. Es geht mir nicht um die Kritik, aber um die Tonalität und die Stimmung, die hineintransportiert wird", wurde Bierhoff emotional: "Wir hoffen, dass der positive Geist geschürt wird. Die Nationalmannschaft ist immer noch Deutschlands wichtigste Fußball-Mannschaft. Unterstützung und ein positiver Spirit würde den Jungs helfen."

Bierhoff stellte klar, dass die Mannschaft "ein neues Bild einer Nationalmannschaft darstellen" wolle. "Die Spieler wollen mehr Fannähe, eine Soforthilfe während der Coronakrise und so weiter. Da sind sie auf uns zugekommen", verriet er.

Am Beispiel Joshua Kimmich beschreibt der DFB-Funktionär, dass der neuen Generation die deutsche Nationalmannschaft viel bedeutet.

"Man muss ehrlich sein - wenn es um Geld und Ruhm geht: Keiner der Spieler bräuchte die Nationalmannschaft unbedingt. Ein Joshua Kimmich könnte auch sagen: Ich habe zwei Kinder zu Hause, das tu ich mir nicht an. Die Jungs verdienen viel Geld, sind aber auch Menschen. Das tut mir weh, dass wir das nicht mehr unterstützen und honorieren."