Miquela Sousa: Diese schöne Influencerin ist ein Avatar

Miquela Sousa: Die erste virtuelle Influencerin. (Bild: Instagram)

Unter „Lil Miquela“ hat Miquela Sousa einen Instagram-Account mit 571.000 Followern. Die 19-Jährige mit brasilianisch-spanischen Wurzeln lebt in Los Angeles und ist in den sozialen Netzwerken eine bekannte Influencerin, führt Mode von Vans, Chanel oder Diesel vor. Soweit ist daran nichts ungewöhnlich, außer: Miquela ist kein Mensch, sondern ein Avatar.


Sie teilt Fotos und nutzt ihr Profil, um auf Transgender-Rechte und die „Black Lives Matter“-Diskussion in den USA aufmerksam zu machen. Im August 2017 hat Miquela sogar schon eine eigene Single „Not Mine“ herausgebracht. Sie lässt sich scheinbar mit anderen Menschen fotografieren, postet Memes, wie ein normaler Teenager.


Bisher ist noch nicht bekannt, wer hinter dieser 3D-Influencerin steckt, die wie ein „Sims“-Avatar wirkt. Sousa ging Ende April 2016 auf Instagram online, viele Nutzer spekulieren unter ihren Posts, dass es ein Kunstprojekt einer Studentin sein könnte: Eine Frau lässt sich in allen möglichen Situationen, alleine oder mit Menschen, fotografieren und packt später einfach Sousas Kopf über ihren eigenen.


Der Macher oder die Macherin von Sousa hält sich zu dessen Identität bedeckt. „Ich würde gerne als Künstlerin oder Sängerin oder etwas, das meine Kunst bezeichnet, beschrieben werden, anstatt mich auf die oberflächlichen Merkmale zu konzentrieren“, verriet die Person hinter Sousa jüngst in einem Chat-Interview mit dem Magazin „Business of Fashion“. Miquelas Posts bekommen im Durchschnitt 30.000 Likes, die Kommentare der Follower sprengen die Tausender-Marke.


Oder ist sie das klug durchdachte Geschäftskonzept einer Werbeagentur? Der Plan hinter solchen „Virtual Celebrities“ wie Sousa ist nicht neu, schon in den späten 1990er Jahren hatten „Blur“-Musiker Damon Albarn und der britische „Tank Girl“-Comiczeichner Jamie Hewlett die „Gorillaz“ mit den vier animierten Charakteren Murdoc Niccals, Noodle, 2D und Russel Hobbs zum Leben erweckt. Das Musikprojekt gewann 2006 sogar einen Grammy.


„Künstliche Influencer können sehr wohl spannende Medienpartner sein“, erklärte Christoph Kastenholz von der Influenceragentur „Pulse Advertising“ im Gespräch mit dem „Jetzt“-Magazin. „Die Stärke eines Influencers auf Social Media entscheidet sich einerseits über objektive Faktoren wie die Zahl und Verteilung der Follower sowie andererseits über subjektive Faktoren wie das Vertrauen und damit den Einfluss, den ein Influencer auf sein Following hat. Er muss mit der jeweiligen Message glaubwürdig sein“, so der Experte.


Miquela Sousa ist vielleicht nicht real, aber Menschen können sich dennoch mit dem, was sie darstellt, identifizieren. Sie ist liberal, jung, hübsch, lebt im sonnigen Kalifornien und man kann ihr nicht vorwerfen, mit dem, was sie postet, Geld machen zu wollen. „Ich wurde noch nie bezahlt, um Klamotten zu tragen“, verriet Sousa dem „BoF“ weiter, „aber ich bekomme mittlerweile kostenlos Kleidung von Marken zugeschickt.“ Stattdessen versuche sie, eher junge Designer, die noch vor dem großen Durchbruch stünden, zu unterstützen.

Ist Miquela eine ernstzunehmende Konkurrenz für die Influencer-Branche? (Bild: Getty Images)

Ist Sousa die Zukunft des Online-Marketing und macht bald auch unseren beliebten Influencerinnen wie Caro Daur und Stefanie Giesinger – also Menschen aus Fleisch und Blut – echte Konkurrenz? Das wird sich noch zeigen, aber klar ist: Sie ist nicht alleine! Ihr männliches Pendant nennt sich Ronny Blawko und begann sein Influencer-Dasein im November 2017.

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