Kretschmann zieht sich teilweise aus Wahlkampf zurück

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Ministerpräsident Winfried Kretschmann. (Bild: Xander Heinl/Photothek via Getty Images)
Ministerpräsident Winfried Kretschmann. (Bild: Xander Heinl/Photothek via Getty Images)

Nur noch wenige Wochen bis zur Landtagswahl. Baden-Württembergs Ministerpräsident Kretschmann hat schon alle Hände voll zu tun, die Corona-Pandemie in den Griff bekommen. Nun zwingen ihn private Gründe, etwas kürzer zu treten.

Stuttgart (dpa) - Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann zieht sich wegen einer Brustkrebserkrankung seiner Frau teilweise aus dem laufenden Wahlkampf für die Landtagswahl zurück. Der 72 Jahre alte Grünen-Politiker bleibe aber Spitzenkandidat seiner Partei für die Wahl am 14. März, sagte Regierungssprecher Rudi Hoogvliet am Freitag. Auch seine Regierungsgeschäfte werde er weiterführen.

Zunächst hatte dpa den Eindruck erweckt, Kretschmann ziehe sich ganz aus dem Wahlkampf zurück. «Das wird nicht die Mehrheit der Termine sein», erklärte sein Sprecher. Kretschmann verzichtet aber zum Beispiel auf zwei virtuelle Spitzenkandidatenrunden an diesem Freitag. Grünen-Landtagsfraktionschef Andreas Schwarz ersetzt ihn dabei.

«Meine Frau Gerlinde ist an Brustkrebs erkrankt», heißt es in einer persönlichen Erklärung Kretschmanns. «Es geht ihr den Umständen entsprechend, aber es kommen nun schwere Zeiten auf sie zu. Ich will für sie da sein, so gut es geht.» Termine im Wahlkampf werde er nicht immer wahrnehmen können. «Ich brauche diese Zeit, um meiner Frau beizustehen», schreibt der Regierungschef. «Ich werde in der schwierigen Lage für das Land meine Arbeit als Ministerpräsident weiterhin mit vollem Einsatz fortführen», versicherte er.

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Kretschmann ist seit 2011 Ministerpräsident von Baden-Württemberg. Er ist der erste von den Grünen gestellte Regierungschef eines deutschen Bundeslandes.

Bei der Wahl am 14. März wird Kretschmann von CDU-Kultusministerin Susanne Eisenmann herausgefordert. Seit fünf Jahren regiert der beliebte grüne Regierungschef mit der CDU als Juniorpartner. In jüngsten Umfragen führen die Grünen vor der CDU.

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