Mini Vision Urbanaut: Designstudie eines Vans mit viel Innenraum

de.info@motor1.com (Stefan Leichsenring)
·Lesedauer: 4 Min.
Mini Vision Urbanaut Concept (2020)
Mini Vision Urbanaut Concept (2020)

Mini entwirft ein erstaunlich großes Auto zum Herumlümmeln

Mit der Vision Urbanaut erkundet Mini die Möglichkeiten eines Vans mit Elektroantrieb. Dabei wollten die Entwickler besonders viel Innenraum und hohe Variabilität auf möglichst geringer Verkehrsfläche erzielen. Dennoch ist die Designstudie mit 4,46 Meter deutlich länger als derzeitige Mini-Serienmodelle, sie liegt etwa zwischen BMW 1er und BMW 3er.

Die Räder haben die Designer zugunsten der Innenraumnutzung weit nach außen geschoben, an die Ecken der Karosserie, so dass sich kurze Überhänge ergeben. Vorne finden sich die markentypischen Rundscheinwerfer, allerdings liegen sie hinter einer Lochblende und werden erst sichtbar, wenn man sie anschaltet. Die Matrix-LED-Scheinwerfer können unterschiedliche, mehrfarbige Grafiken darstellen und erlauben so die Kommunikation mit der Umgebung.

Der Kühlergrill ist achteckig statt wie sonst bei Mini sechseckig. Da der Urbanaut elektrisch angetrieben wird, dient der Grill nicht zum Einlass von Kühlluft, sondern als "Intelligenzfläche" für das automatisierte Fahren - hier werden also wohl die Sensoren eingebaut.

Die Heckleuchten stecken ebenfalls hinter einer Lochblende. Durch ihre Matrix-LED-Technik können sie in den verschiedenen Fahrmodi unterschiedlich leuchten. Auf den Seitenscheiben gibt es ein Muster in Wagenfarbe, das von unten nach oben immer transparenter wird. Es sorgt für einen gewissen Blickschutz, ohne dass dafür getönte Scheiben nötig wären – der Innenraum bleibt hell.

Mini Vision Urbanaut Concept (2020)
Mini Vision Urbanaut Concept (2020)

Ein weiteres optisches Highlight an der Seite sind die türkisblauen Räder. Sie sind halbtransparent und können von innen beleuchtet und "bespielt" werden. So kann der Urbanaut auch über die Räder kommunizieren. Außerdem lässt sich im Stand die Frontscheibe nach oben öffnen.

In der C-Säule auf der Fahrerseite finden die sogenannten Charms einen Platz. Das sind Andenken an bereiste Orte, Festivals oder Events in Form von Pins oder Ansteckern, die dort wie in einer Vitrine hinter Glas als Sammlerstücke präsentiert werden.

In den Innenraum gelangt man ausschließlich durch eine große Schiebetür an der Seite. Innen ist Platz für vier Insassen. Die Vordersitze sind drehbar, die Lehnen im Fond lassen sich links manuell umklappen und rechts schwenken. Im Stand senkt sich das Armaturenbrett ab, der Fahrerbereich wird zur Sitzecke – dem sogenannten Daybed.

Ein eher stiller Ort (Cosy Corner) soll der dunkler gehaltene Fondbereich sein. Ein mit Stricktextil bezogener Bogen (Loop) spannt sich über die Sitzbank und kann dank LED-Hinterleuchtung bespielt werden. Zwischen Cosy Corner und Fahrerbereich liegt der offene Mittelbereich. Bei offener Tür kann man hier sogar auf dem Boden sitzen. Dem Einstieg gegenüberliegend rundet ein kleiner, integrierter Tisch mit Pflanze die Inneneinrichtung ab. Der Tisch als Ort der Begegnung definiert das neue Zentrum des Fahrzeugs.

Mini Vision Urbanaut Concept (2020)
Mini Vision Urbanaut Concept (2020)

In Aussparungen an dem Tisch lässt sich der runde Mini Token einsetzen, wodurch die verschiedenen Modi des Fahrzeugs (die so genannten Mini Moments) abgerufen werden. Damit verändern sich Exterieur und Interieur. Innen wird unter anderem der eigene Lieblingsduft, die Lieblingsmusik und das favorisierte Ambientelicht aktiviert. Drei Modi stellt Mini vor: Chill, Wanderlust und Vibe.

Bei Chill ermöglicht die hintere Sitzbank (Cosy Corner) verschiedene Sitz- und Liegepositionen, der hinterleuchtete Loop erzeugt darüber ein dimmbares, grünes Blätterdach. Dazu werden sanfte Musik und atmosphärische Klänge aus der Natur eingespielt. Außen zeigt sich ebenfalls ein abstrahiertes Blätterdach im Scheinwerferbereich, am Heck und den Felgen.

Im Modus Wanderlust sollen die Insassen die "Romantik des Reisens wiederentdecken", so Mini. Auf dem zentralen Rundinstrument erscheint eine Animation des Weges sowie Informationen zu Sehenswürdigkeiten und die Ankunftszeit. Der Loop über der Rücksitzbank verbildlicht die Bewegung durch ein angedeutetes Verwischen der Umgebung. Wenn man selbst steuern möchte, lässt man per Fingertipp das Lenkrad und die Pedale ausfahren. Bei automatisierter Fahrt sind Lenkrad und Pedale eingefahren, und auch die Fahranzeige verschwindet.

Im Modus Vibe soll man die Gemeinschaft mit anderen genießen. Dazu öffnet sich die seitliche Tür und die Frontscheibe klappt hoch. Das zentrale Rundinstrument wird zur Medienbedienzentrale, und eine an Equalizer erinnernde Animation der abgespielten Musik erscheint auf Flächen in Front, Heck, Felgen und dem Loop.

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Zugunsten eines schonenden Umgangs mit den natürlichen Ressourcen setzt Mini Rezyklate ein und verzichtet auf Chrom und Leder. Das vorherrschende Material im Innenraum ist gestricktes Textil, Kork auf dem Lenkrad und auf Teilen des Bodens setzt einen besonderen Natur-Akzent.