Mindestlohn in der Pflege steigt bis 2020 auf gut elf Euro

Mindestlohn für Pflegekräfte steigt

Der Mindestlohn für Pflegekräfte steigt ab dem kommenden Jahr deutlich an: Das Bundeskabinett billigte am Mittwoch die Verordnung von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD), mit der der Mindestlohn ab 1. Januar 2018 im Westen auf 10,55 und im Osten auf 10,05 Euro steigt. Dies entspricht einem Plus von 3,4 Prozent im Westen und 5,8 Prozent im Osten.

Danach soll er in zwei Schritten bis Anfang 2020 weiter wachsen - auf 11,35 Euro pro Stunde im Westen und 10,85 Euro im Osten. Derzeit liegt der 2010 eingeführte Mindestlohn bei 10,20 Euro im Westen beziehungsweise 9,50 Euro Osten. In Einrichtungen, die unter den Pflegemindestlohn fallen, arbeiten derzeit rund 900.000 Beschäftigte.

Auf den Anstieg hatte sich eine Kommission aus Arbeitgebern und Arbeitnehmern bereits im April geeinigt. Seither hatten Verbände und Regierung Zeit, sich mit der Vorlage zu befassen. Nun billigte sie das Kabinett.

Die Verordnung gilt für Pflegebetriebe. Dies sind Unternehmen und selbstständige Abteilungen, die überwiegend Pflegeleistungen oder ambulante Krankenpflegeleistungen für Bedürftige erbringen. Ausgenommen von dem Mindestlohn sind Krankenhäuser und Einrichtungen, in denen etwa Leistungen zur medizinischen Vorsorge oder Rehabilitation im Vordergrund stehen.