Mindestens zwei Tote bei Geiselnahme in Südfrankreich

Islamist tötet mindestens drei Menschen in Südfrankreich

Ein mutmaßlicher Islamist hat Geiseln in einem Supermarkt in Südfrankreich genommen und mindestens zwei Menschen getötet. Nach Erkenntnissen der Ermittler überfiel der Mann am Freitag einen Supermarkt in dem Ort Trèbes bei Carcassonne und schoss um sich. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft bekannte sich der Täter zur Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS). Spezialeinheiten der Sicherheitskräfte waren im Einsatz, die Polizei rechnet mit weiteren Opfern.

Der französische Regierungschef Edouard Philippe sprach von einer "ernsten Situation". Alle Informationen ließen "darauf schließen, dass es sich um eine terroristische Tat handelt". Die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft in Paris nahm Ermittlungen auf.

Ein Augenzeuge sagte aus, der Täter habe "Allahu Akbar" (Gott ist groß) gerufen, als er den Supermarkt der Kette "Super U" gegen 11.15 Uhr am Freitagvormittag überfiel. Er sei mit Messern, einer Schusswaffe und Handgranaten bewaffnet gewesen.

Aus Ermittlerkreisen hieß es, den meisten Kunden und Angestellten des Geschäfts "Super U" sei die Flucht gelungen. Ein Mitglied der Gendarmerie stehe im Kontakt mit dem Geiselnehmer. Ein Polizeioffizier schloss nicht aus, dass es sich um zwei Geiselnehmer handeln könnte.

Spezialeinheiten der Polizei waren in dem 5000-Einwohner-Ort Trèbes im Einsatz, mehrere Hubschrauber überflogen den Tatort. Innenminister Gérard Collomb machte sich auf den Weg nach Südfrankreich.

Nach Angaben aus Justizkreisen wurde kurz vor der Geiselnahme im rund zehn Kilometer entfernten Carcassonne zudem ein Polizist durch Schüsse verletzt. Er schwebt nach Angaben des Premierministers aber nicht in Lebensgefahr. Womöglich handelt es sich um denselben Täter: Das Auto des Mannes, der auf den Polizisten schoss, wurde nach Polizeiangaben später vor dem Supermarkt gefunden.

Frankreich war in den vergangenen Jahren immer wieder zum Ziel islamistischer Anschläge geworden. Bei der letzten Attacke in Marseille waren am 1. Oktober zwei Menschen getötet worden. Alleine 130 Menschen wurden bei der Anschlagsserie im November 2015 in Paris getötet.