Mindestens zehn weitere Coronavirus-Fälle auf japanischem Kreuzfahrtschiff

Passagiere winken von der "Diamond Princess"

Auf dem unter Quarantäne stehenden Kreuzfahrtschiff in Japan gibt es mindestens zehn weitere Infektionsfälle mit dem neuartigen Coronavirus. Wie Japans Gesundheitsminister Katsunobu Kato am Donnerstag im Parlament in Tokio sagte, stieg die Zahl der nachgewiesenen Infektionen auf dem Schiff damit auf 20. Die japanischen Behörden testeten demnach bisher 273 der etwa 3700 Passagiere auf dem Schiff auf das Virus.

Die positiv auf das Virus getesteten Passagiere würden in Krankenhäuser gebracht, sagte Kato. Bereits am Mittwoch waren zehn Patienten, bei denen der Erreger nachgewiesen worden war, von der "Diamond Princess" gebracht worden. Zur Staatsbürgerschaft der Infizierten wurde zunächst nichts bekannt. An Bord des Schiffes waren nach Angaben der Reederei vom Mittwoch auch acht Deutsche.

Das Kreuzfahrtschiff dockte am Donnerstagmorgen (Ortszeit) im Hafen von Yokohama an, um die Versorgung für die andauernde Quarantäne sicherzustellen. Kato hatte am Mittwoch erklärt, dass die an Bord verbleibenden Passagiere und Besatzungsmitglieder zwei Wochen auf dem Schiff ausharren müssen. Er verwies auf die bisherigen Erkenntnisse, wonach es bis zu 14 Tage dauern kann, bis mit dem neuartigen Coronavirus Infizierte die ersten Symptome zeigen.

In China gibt es inzwischen etwa 28.000 nachgewiesene Coronavirus-Infektionen, mehr als 560 Menschen starben. In Japan gibt es 25 bestätigte Fälle - die Infektionen auf dem Kreuzfahrtschiff nicht eingeschlossen.

Das Schiff mit insgesamt 3711 Passagieren und Besatzungsmitliedern war am Montag unter Quarantäne gestellt worden. Auslöser der Maßnahme war der Fall eines 80-jährigen Passagiers, der die "Diamond Princess" in Hongkong verlassen hatte und dann dort positiv auf das Coronavirus 2019-nCoV getestet worden war.