Mindestens vier Tote durch Unwetter in Belgien

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Überschwemmungen in Verviers

Neben Deutschland sind auch die Nachbarstaaten Belgien, Luxemburg und die Niederlande von schweren Unwettern getroffen worden. Im ostbelgischen Verviers entdeckten Rettungskräfte am Donnerstag vier Leichen, wie die Staatsanwaltschaft der rund 30 Kilometer von der deutschen Grenze entfernten Kleinstadt mitteilte. Der öffentlich-rechtliche Rundfunksender RTBF berichtete von mindestens sechs Todesopfern.

In Eupen wurde laut RTBF am Morgen ein 22-jähriger Mann von den Fluten mitgerissen. In Aywaille, südlich von Lüttich, ertrank ein etwa 50 Jahre alter Mann in seinem Keller. Am Mittwoch war in der Gemeinde Profondeville bereits die Leiche eines Mannes nahe einer Schleuse in der Maas entdeckt worden.

Von dem Unwetter betroffen sind vor allem die Provinzen Namur und Lüttich. Dort stand der Kurort Spa komplett unter Wasser, in der Gemeinde Chaudfontaine mussten fast 1800 Menschen in Sicherheit gebracht werden. Derartige Überschwemmungen habe er seit 1998 nicht mehr erlebt, sagte Bürgermeister Daniel Bacquelaine dem Radiosender RTL. In Pepinster stürzte rund ein Dutzend Häuser ein, nachdem der Fluss Vesdre über die Ufer getreten war.

In Lüttich, Namur und zwei weiteren Provinzen halfen Soldaten bei der Rettung und Evakuierung von Einwohnern. Nach Schätzungen der Regierung der Region Wallonien müssen hunderte, wenn nicht sogar tausende Menschen, umquartiert werden.

Der Bahnverkehr wurde in der Nacht zum Donnerstag wegen überfluteter Gleise und umgestürzter Bäume teilweise unterbrochen. Vor allem die Strecke Charleroi-Namur-Lüttich war nach Angaben der Betreibergesellschaft Infrabel betroffen. Am Donnerstag sollten nach Unternehmensangaben zudem keine Thalys-Züge zwischen Brüssel und Deutschland fahren.

Große Schäden meldete auch die an Belgien und Deutschland grenzende niederländische Provinz Limburg. Dort war die Kleinstadt Valkenburg komplett überflutet, ein Seniorenheim musste evakuiert werden. Mehrere Straßen der Provinz wurden für den Verkehr gesperrt, darunter auch die vielbefahrene Autobahn A2.

In Luxemburg setzte die Regierung nach heftigem nächtlichen Regen einen Krisenstab ein. Laut Regierungschef Xavier Bettel wurden zahlreiche Häuser im ganzen Großherzogtum überflutet und sind nicht mehr "bewohnbar".

ans/isd

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