Zwei Tote bei Erdbeben auf italienischer Urlaubsinsel Ischia

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Das Erdbeben auf Ischia brachte Gebäude zum Einsturz

Bei einem Erdbeben auf der italienischen Urlaubsinsel Ischia sind am Montagabend zwei Frauen ums Leben gekommen. Etwa 25 Menschen wurden verletzt, wie die Rettungskräfte mitteilten. Ein Baby wurde aus den Trümmern eines Hauses gerettet, während seine beiden Brüder am Morgen noch in der Ruine eingeschlossen waren.

Das Beben der Stärke 4,0 erschütterte die Insel gegen 21.00 Uhr am Montagabend. Nach Angaben des Zivilschutzes wurden vor allem Casamicciola im Norden der vor Neapel gelegenen Insel getroffen sowie die Nachbargemeinde Lacco Ameno. Demnach gab es 14 kleinere Nachbeben.

In Casamicciola wurde eine Frau von Gebäudeteilen erschlagen, die von einer Kirche herabstürzten. Das zweite Todesopfer wurde laut Medienberichten in den Trümmern eines Hauses in der Gemeinde entdeckt.

Derweil dauerte am frühen Dienstagmorgen der Rettungseinsatz für zwei verschüttete Kinder in Casamicciola an, nachdem ihr sieben Monate alter Bruder nach mehreren Stunden lebend aus dem eingestürzten Gebäude geholt wurde. Die vier und sieben Jahre alten Jungen hatten sich laut Medienberichten unter ihrem Bett verschanzt und hielten per Handy Kontakt zu den Helfern. Ihre schwangere Mutter hatte die Einsatzkräfte alarmiert. Der Vater der Kinder wurde in der Nacht gerettet.

Die Feuerwehr gab über den Kurzbotschaftendienst Twitter bekannt, es seien mehrere Häuser eingestürzt. Weitere Gebäude seien beschädigt worden.

Auch das einzige Krankenhaus der Insel wurde von dem Erdbeben getroffen und musste zwischenzeitlich teilweise evakuiert werden. Die Verletzten konnten in einer provisorischen Einrichtung behandelt werden. Fünf Patienten der beschädigten Klinik wurden per Hubschrauber in ein anderes Krankenhaus gebracht.

Örtliche Medien berichteten, die Rettungskräfte hätten schnell auf das Beben reagieren können, da sich zum Unglückszeitpunkt bereits zusätzliche Feuerwehrleute und Einsatzkräfte des Zivilschutzes auf der Insel befanden. Diese seien zuvor wegen Waldbränden nach Ischia geschickt worden.

Das Beben ereignete sich am Abend, als die Restaurants der Insel gut besucht waren und viele Geschäfte noch offen waren. Augenzeugen schrieben im Kurzbotschaftendienst Twitter über einen dumpfen Lärm, dann habe alles gebebt.

"Ein schreckliches Erlebnis, alles bebte, wurde schwarz, Häuser stürzten ein - ein Alptraum", schrieb eine Nutzerin. Die Stromversorgung wurde kurze Zeit später wieder hergestellt, viele Menschen blieben aber im Freien und trauten sich nicht, die Häuser wieder zu betreten.

Im Sender Rai News 24 waren Touristen neben ihren Autos mit ihren Koffern zu sehen. Italienischen Medien zufolge warteten am Hafen von Ischia zahlreiche Autos auf die nächste Fähre nach Neapel.

Ischia wird immer wieder von Erdbeben heimgesucht. Das schlimmste Beben ereignete sich im Juli 1883 und hatte eine Stärke von 5,8. Mehr als 2000 Menschen kamen ums Leben.

Der Erdstoß vom Montag ereignete sich nur wenige Tage vor dem ersten Jahrestag des Erdbebens von Amatrice im Zentrum Italiens. Dabei waren im vergangenen Jahr knapp 300 Menschen ums Leben gekommen.