Mindestens neun Tote durch Luftangriff im Jemen

Trümmer nach Luftangriff in Jemens Hauptstadt Sanaa

Bei einem Luftangriff im Jemen sind nach Angaben von Ärzten und Zeugen am Freitag mindestens neun Menschen getötet worden. "Einige Opfer waren Kinder, sie gehörten alle einer Familie an", sagte ein Augenzeuge der Nachrichtenagentur AFP. Der von schiitischen Huthi-Rebellen kontrollierte Sender Al-Massira machte die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition verantwortlich und berichtete von 14 Toten, darunter sechs Kinder. Dies wurde von offizieller Seite zunächst nicht bestätigt.

Bei dem Angriff in einem Wohnviertel der Hauptstadt Sanaa stürzten zwei dreistöckige Häuser ein. "Wir haben die Opfer nacheinander aus den Trümmern geborgen", sagte der Augenzeuge Mohammed Ahmad. Er sprach von mehreren Verletzten.

Wie die Vereinten Nationen am Freitag in Genf mitteilten, wurden bei Angriffen der von Saudi-Arabien geführten Militärkoalition in der Woche vom 17. bis 24. August insgesamt 42 Zivilisten getötet. Der Tod von weiteren 16 Zivilisten wurde nicht der Militärkoalition zugeordnet.

Seit März 2015 fliegt die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition Luftangriffe auf Huthi-Rebellen, die Jemens Präsidenten Abd Rabbo Mansur Hadi stürzen wollen. Extremistengruppen wie Al-Kaida und der Islamische Staat (IS) machen sich den Konflikt zunutze, um ihre Macht in dem Land auszubauen. Wegen des Konflikts herrscht im Jemen eine humanitäre Krise.