Mindestens fünf Tote bei Erdbeben der Stärke 8,2 in Mexiko

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Zerstörungen am Hafen von Veracruz

Ein schweres Erdbeben der Stärke 8,2 hat in der Nacht zum Freitag den Süden Mexikos erschüttert. Mindestens fünf Menschen kamen ums Leben, wie die Behörden mitteilten. Für mehrere Länder an der Pazifikküste wurde eine Tsunami-Warnung ausgegeben

Die Erdstöße waren sogar in der tausend Kilometer entfernten Hauptstadt Mexiko-Stadt zu spüren: Ein schweres Erdbeben der Stärke 8,2 hat in der Nacht zum Freitag den Süden Mexikos erschüttert. Mindestens fünf Menschen kamen ums Leben, wie die Behörden mitteilten. Für mehrere Länder an der Pazifikküste wurde eine Tsunami-Warnung ausgegeben, in Mexiko wurden Küstenbewohner vorsorglich in Sicherheit gebracht.

Das Epizentrum des Bebens lag rund hundert Kilometer von der Küste des mexikanischen Bundesstaates Chiapas entfernt im Pazifik, wie die US-Erdbebenwarte USGS mitteilte. Der Erdstoß hatte nach US-Angaben eine Stärke von 8,1. Die mexikanische Erdbebenwarte korrigierte ihre Angaben zur Stärke mehrfach und sprach zuletzt von 8,2. Das Erdbeben habe sich in einer Tiefe von 19 Kilometern ereignet.

"Es ist das stärkste Erdbeben innerhalb eines Jahrhunderts", sagte Mexikos Präsident Enrique Peña Nieto bei einem Besuch im nationalen Katastrophenabwehrzentrum. Drei Menschen seien beim Einsturz eines Hauses in Chiapas ums Leben gekommen. Gouverneur Manuel Velasco zufolge sind unter den Toten zwei Frauen.

Im Nachbarstaat Tabasco kamen nach Behördenangaben zwei Kinder ums Leben. Eines wurde demnach von einer einstürzenden Wand erschlagen. Ein Säugling, der an ein Beatmungsgerät angeschlossen war, starb durch einen von dem Erdbeben ausgelösten Stromausfall. Im Bundesstaat Oaxaca stürzte in der Stadt Juchitán ein Hotel ein, mehrere andere Häuser wurden beschädigt. Opfer wurden zunächst nicht gemeldet.

Für die Küsten mehrerer Länder in der Region wurde eine Tsunami-Warnung ausgegeben, betroffen waren neben Mexiko auch die Küsten von Guatemala, El Salvador, Costa Rica, Nicaragua, Panama, Honduras und Ecuador. Für Mexiko wurden Wellen von bis zu vier Metern vorhergesagt. Ein Teil der Bevölkerung in der südlichen Küstenregion wurde vorsorglich in Sicherheit gebracht.

Es sei mit "gefährlichen Tsunami-Wellen" an einigen Küsten zu rechnen, teilte das Pazifische Tsunami-Warnzentrum mit. Peña Nieto dagegen sagte, es gebe "zur Zeit kein größeres Risiko".

Dem Präsidenten zufolge spürten 50 Millionen der 120 Millionen Einwohner Mexikos das Erdbeben. Die Erschütterungen waren auch in Mexiko-Stadt rund tausend Kilometer vom Epizentrum entfernt zu spüren. Dort liefen hunderte Menschen in Panik auf die Straßen, als sie die Alarmsirenen für die Erdbebenwarnung hörten.

"Ich hörte eine Detonation, die Ampeln wackelten heftig", sagte Hauptstadtbewohnerin Mayaro Ortega der Nachrichtenagentur AFP. "Ich fuhr gerade, als es zu beben begann", sagte ein Fahrer des Anbieters Uber, Cristian Rodríguez, AFP. "Das Auto bebte", berichtete er.

Die Behörden ordneten an, dass die Schulen in zehn Bundesstaaten, darunter auch Mexiko-Stadt, am Freitag geschlossen blieben. Die Gebäude sollten zunächst auf Schäden untersucht werden.

Mexiko war im September 1985 von einem Erdbeben der Stärke 8,1 erschüttert worden. Dabei wurden große Teile der Hauptstadt zerstört, mehr als 10.000 Menschen kamen ums Leben. Nach der Naturkatastrophe verschärften die Behörden die Bauvorschriften und führten ein Warnsystem ein.