Mindestens acht Tote durch Vergeltungstaten von Drogenkartell in Kolumbien

Soldaten vor verbranntem Lkw in Kolumbien (AFP/JOAQUIN SARMIENTO) (JOAQUIN SARMIENTO)

Bei den Ausschreitungen des Kartells des an die USA ausgelieferten Drogenbosses Otoniel sind in Kolumbien mindestens acht Menschen getötet worden. Am Montag beendete der Golf-Clan einen fünftägigen "bewaffneten Streik" im Norden des Landes, mit dem er sich für die Auslieferung seines Anführers Dairo Antonio Úsuga rächte. Bei den Ausschreitungen wurden nach einer Teilbilanz der Behörden rund 190 Fahrzeuge verbrannt. Unter den Todesopfern waren demnach drei Soldaten, zwei Polizisten und drei Zivilisten.

Die bewaffnete Bande hatte nach Polizeiangaben erst am Montag einen vom Militär geschützten "humanitären" Konvoi mit Sprengstoff angegriffen, wobei ein Soldat und ein Polizist getötet wurden. Vier weitere Sicherheitskräfte wurden demnach verletzt. Den Behörden zufolge hatten die Kriminellen die Einwohner in zahlreichen Gemeinden des Landes mit dem Tod bedroht, sollten diese sich auf die Straße wagen. Sie stoppten zudem mit vorgehaltener Waffe Autos und Lkw und setzten sie in Brand.

Am Montag versprach Präsident Iván Duque ein Vorgehen, "wie sie es noch nie gesehen haben", gegen die Bande, die laut Schätzungen für rund ein Drittel des aus Kolumbien exportierten Kokains verantwortlich ist. Nach Angaben des Präsidenten kämpfen rund 52.000 Militärs und Polizisten gegen den Golf-Clan. Duque kündigte eine verstärkte Fahndung nach Otoniels drei Stellvertretern mit den Spitznamen Siopas, Chiquito Malo und Gonzalito an. Hinweise, die zu ihrer Festnahme führen, sollen mit bis zu 1,2 Millionen Dollar (1,1 Millionen Euro) belohnt werden.

Úsuga alias Otoniel war am vergangenen Mittwoch an die USA ausgeliefert worden. Vor einem Gericht in New York plädierte er auf nicht schuldig. Die US-Justiz wirft Otoniel und seinem Golf-Clan vor, zwischen 2003 und 2012 mindestens 73 Tonnen Kokain illegal ins Land gebracht zu haben. Bis zu seiner Festnahme im Oktober war er Kolumbiens meistgesuchter Mann. Bei einer Verurteilung droht ihm lebenslange Haft.

Dem Golf-Clan gehörten einst Schätzungen zufolge rund 4000 Mitglieder an. Durch das harte Vorgehen der Sicherheitskräfte ist ihre Zahl in den vergangenen Jahren auf etwa 1600 zurückgegangen.

fml

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