Mindestens acht Tote bei Anschlag im Westen Afghanistans

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Anwohner inspizieren den Ort des Autobombenanschlags in Herat.
Anwohner inspizieren den Ort des Autobombenanschlags in Herat.

In der Provinzhauptstadt Herat detoniert eine Autobombe. Es gibt viele Tote und Verletzte. Noch ist unklar, wer hinter dem Anschlag steckt.

Kabul (dpa) - Bei der Explosion einer Autobombe im Westen Afghanistans sind mindestens acht Menschen getötet worden. 54 weitere Menschen, meist Zivilisten, wurden bei der Explosion in der Provinzhauptstadt Herat am Freitagabend verletzt, wie das Innenministerium am Samstag mitteilte.

Die Explosion ereignete sich demnach in der Nähe eines Polizeigebäudes. Durch die Wucht seien mindestens 14 Häuser beschädigt worden, so das Innenministerium. Für den Anschlag erklärte sich zunächst niemand verantwortlich. Ein Sprecher des Ministeriums vermutete die militant-islamistischen Taliban hinter der Tat.

Die Gewalt in dem kriegsgeschüttelten Land nimmt ungeachtet der im September begonnenen Friedensgespräche der international unterstützten Regierung mit den Taliban zu. Mehr als 100.000 Zivilisten wurden seit 2009 getötet oder verletzt, wie aus einem Bericht der UN aus dem vergangenen Jahr hervorgeht. Die Taliban, die weite Teile Afghanistans von 1996 bis zur US-geführten Intervention 2001 beherrschten, beherrschen wieder große Landesteile und versuchen, weitere Gebietsgewinne zu erzielen.