Mindestens 40 Tote bei Kämpfen in Zentralafrika

Soldaten der UN-Mission Minusca Anfang 2016 in Bangui

Nur einen Tag nach der Einigung auf eine Waffenruhe in Zentralafrika sind bei Kämpfen mindestens 40 Menschen getötet worden. Die Gefechte ereigneten sich am Dienstag in der Stadt Bria im Zentrum des Landes, wie in der Nacht von einer Hilfsorganisation und Sicherheitskreisen verlautete. Demnach standen sich Mitglieder der prochristlichen Anti-Balaka-Miliz und der früheren muslimischen Rebellengruppe Séléka gegenüber.

Am Montag hatten Regierung und Rebellen eine "sofortige Waffenruhe" vereinbart. Das Abkommen wurde nach fünftägigen Verhandlungen in Rom unterzeichnet. Den bewaffneten Gruppierungen wird in dem Abkommen im Gegenzug für ein Ende von Angriffen und Blockaden die Möglichkeit einer politischen Beteiligung zugesprochen. Ihre Mitglieder sollen in die Streitkräfte des Landes aufgenommen werden.

Die Zentralafrikanische Republik ist eines der ärmsten Länder der Welt. Die Séléka-Rebellen hatten im Jahr 2013 nach dem Sturz von Präsident François Bozizé die Macht im Land übernommen. Das Land war durch den Sturz des Präsidenten in eine Spirale der Gewalt zwischen christlichen und muslimischen Milizen gestürzt worden.

Bei Massakern wurden tausende Menschen getötet, hunderttausende weitere wurden in die Flucht getrieben. Erst eine internationale Intervention unter Führung der früheren Kolonialmacht Frankreich Anfang 2014 beendete die Gewalt. Doch trotz der Präsenz von 12.500 UN-Soldaten befinden sich große Teile des Landes unter der Kontrolle bewaffneter Gruppen.