Mindestens 40 Tote und dutzende Verletzte bei Zugunglück in Pakistan

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Unglücksstelle bei Daharki

Bei einem Zugunglück im Süden Pakistans sind mindestens 40 Menschen getötet und dutzende weitere verletzt worden. Mehrere Menschen seien noch in den Waggons eingeschlossen, teilte die Polizei am Montagnachmittag mit. Ein Zug sei entgleist und mit einem entgegenkommenden Zug zusammengestoßen. An Bord der beiden Züge befanden sich rund 1200 Menschen - die meisten von ihnen schliefen gerade.

Das Unglück ereignete sich in der Nähe von Daharki im nördlichen Teil der Provinz Sindh gegen 03.30 Uhr morgens, weshalb die meisten Passagiere schliefen. Es seien mindestens 40 Menschen getötet und dutzende weitere verletzt worden, sagte ein Polizeisprecher in Daharki. Einer der Waggons sei unter der Lokomotive begraben, darin befänden sich vermutlich noch weitere Todesopfer. Insgesamt wurden nach Angaben der Bahngesellschaft Pakistan Railways mindestens sechs Waggons zerstört.

"Wir sind einer über den anderen gefallen, das war erst einmal nicht schlimm", berichtete Akhtar Rajput der Nachrichtenagentur AFP über das Entgleisen seines Zuges. "Auf einmal ist wie aus dem Nichts der andere Zug aufgetaucht und hat uns gerammt, das hat uns viel mehr durcheinandergewirbelt. Als ich wieder zu Sinnen kam, habe ich Passagiere gesehen, die an mir vorbeirutschten, andere versuchten, aus dem Waggon zu klettern."

Am Unglücksort waren verstreute Metalltrümmer sowie mehrere umgestürzte grüne Wagen der pakistanischen Eisenbahngesellschaft Pakistan Railways zu sehen. Rettungskräfte versuchten, Verletzte zu versorgen und zu den Eingeschlossenen vorzudringen. "Die Unglücksstelle ist schwierig zu erreichen, wir haben Probleme die Bergung zu organisieren", sagte ein Sprecher von Pakistan Railways.

Zugunfälle sind in Pakistan aufgrund maroder Schienen und fehlender Investitionen keine Seltenheit. Im Oktober 2019 starben mindestens 75 Menschen, als ein Zug auf der Fahrt von Karachi nach Rawalpindi Feuer fing. Das südasiastische Land hat tausende Kilometer an Gleisen und Zügen von seiner ehemaligen Kolonialmacht Großbritannien übernommen.

jes/mid