Zahl der Toten des Anschlags auf Schiitenmoschee in Afghanistan steigt auf 35

Schiitische Gläubige beerdigen Angehörige bei Gardes

Nach dem schweren Selbstmordanschlag auf eine schiitische Moschee im Osten Afghanistans hat sich die Zahl der Toten auf 35 erhöht. Außerdem wurden 94 Menschen verletzt, wie der Gouverneur der Provinz Paktia, Schamim Chan Katawasi, der Nachrichtenagentur AFP am Samstag sagte. Der Polizeichef der Provinz, Ras Mohammed Mandosai, bestätigte die Zahlen.

Hunderte Trauernde trugen die Opfer am Samstag außerhalb der Stadt Gardes zu Grabe. Für ihn sei der Tod seines 16-jährigen Sohnes "nur sehr schwer zu verkraften", sagte der weinende Sajed Moharram AFP. Der 70-jährige Hadschi Sultan warf der Regierung vor, nicht ausreichend für die Sicherheit der schiitischen Minderheit zu sorgen.

Zwei in Burkas gehüllte Angreifer hatten am Freitag zunächst das Feuer auf Sicherheitskräfte vor der Moschee und die Betenden im Gotteshaus eröffnet, bevor sie Sprengsätze zündeten. Der Polizei zufolge trugen die Angreifer die Burkas, um ihre Waffen und Sprengsätze zu verbergen.

Die islamistischen Taliban erklärten, nicht für den Anschlag verantwortlich zu sein. Die Gruppe hat sich bereits seit mehreren Wochen zu keinem Anschlag bekannt. Zuvor hatte es mehrere Rückschläge im Ringen um einen Friedensprozess mit der afghanischen Regierung gegeben.

Von den zahlreichen tödlichen Anschlägen der vergangenen Monate besonders in städtischen Regionen wurden viele der sunnitischen Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) zugeschrieben. Ihr Schwerpunkt in Afghanistan liegt im Osten des Landes, wo auch der jüngste Anschlag stattfand. Der IS sieht Schiiten als Ketzer an.