Mindestens 16 Todesopfer durch Taifun "Hato" in China

Sturm in Hongkong

Die Zahl der Opfer durch den Taifun "Hato" in China ist weiter gestiegen: Die Behörden sprachen am Donnertag von mindestens 16 Toten. Am schwersten getroffen wurde demnach die Casino-Metropole Macau. Mindestens acht Menschen kamen in der chinesischen Sonderverwaltungszone ums Leben. Fernsehbilder zeigten überschwemmte Straßen, in denen Menschen sich schwimmend fortbewegten. Autos standen unter Wasser und zahlreiche Menschen waren von der Trinkwasserversorgung abgeschnitten.

In Macau wurden am Donnerstagfrüh zwei Leichen in einer Parkgarage entdeckt, wie die Regierung mitteilte. Zwei weitere Menschen seien während der Überschwemmungen in ihrem Laden eingeschlossen gewesen und gestorben. Zu den übrigen neuen Todesfällen wurden keine Angaben gemacht.

Die Behörden in Macau hätten die Bürger nicht umfassend vor dem aufkommenden Sturm gewarnt, sagte ein Taxifahrer, der nur den Namen Lao angab, der Nachrichtenagentur AFP. "Ich habe Macau, seit ich in den siebziger Jahren hierher gekommen bin, noch nie so gesehen", sagte er.

Die Riesen-Casinos von Macau mussten Notstromgeneratoren benutzen, vielerorts fiel die Klimaanlage aus. Auf den Straßen der Sonderverwaltungszone lagen Trümmer, Müll und Glasscherben herum. Vor den Hydranten bildeten sich Schlangen mit Menschen, die durch den Sturm von der Trinkwasserversorgung abgeschnitten wurden. "Wir haben seit mehr als 24 Stunden kein Wasser und keinen Strom mehr", sagte May Lee, die ebenfalls anstand. "Es ist so heiß."

In Hongkong wurde die höchste Taifun-Warnstufe zehn ausgerufen. Mehr als 120 Menschen wurden dort verletzt. Die Polizei teilte mit, dass ein am Mittwoch als Sturmopfer gezählter 83-jähriger Mann Suizid begangen habe.

Die Sturmschäden in der Wirtschaftsmetropole könnten sich auf acht Milliarden Hongkong-Dollar (867 Millionen Euro) belaufen, schätzte der Ökonom Terence Chong von der Chinesischen Universität Hongkong AFP. "Hato" hatte zur Schließung der Börse und zum Ausfall hunderter Flüge geführt.

In der benachbarten chinesischen Provinz Guangdong kamen laut dem chinesischen Sender CCTV mindestens acht Menschen ums Leben. Etwa 27.000 Einwohner mussten laut der Nachrichtenagentur Xinhua in Notunterkünften untergebracht werden. Rund zwei Millionen Haushalte waren vorübergehend ohne Strom. In der Stadt Zhuhai brachte "Hato" mehr als 270 Häuser zum Einsturz, der Schaden wurde laut Staatsmedien auf umgerechnet 700 Millionen Euro geschätzt.

"Hato" ist das japanische Wort für Taube. Am Donnerstag wurde er zu einem tropischen Tief herabgestuft.

Zwischen Juli und Oktober wüten rund um Hongkong regelmäßig Taifune. Der schwerste Sturm hatte 1962 in der Stadt 130 Menschen getötet und 72.000 Einwohner obdachlos gemacht. Seitdem wurde der Schutz vor Unwettern deutlich verbessert.