Kampf gegen Monsterbrände in Kalifornien geht weiter

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Feuer im bekannten Weinanbaugebiet Napa

Die gigantischen Waldbrände in Kalifornien wüten weiter. Tausende Feuerwehrleute kämpften laut Behördenangaben am Mittwoch gegen 22 verschiedene Feuer an. Die offizielle Zahl der Todesopfer durch eine der schlimmsten Brandkatastrophen der kalifornischen Geschichte stieg auf 17. Tausende Häuser und Geschäfte sowie weite Landstriche insbesondere in den berühmten Weinanbaugebieten des Napa und Sonoma Valley wurden bereits vernichtet.

Die Brände beschrieb der Feuerwehrkommandant Bret Couvea laut der "Los Angeles Times" als "ziemlich erhebliche Monster". Die Feuer hatten bis dahin bereits ein Gebiet von knapp 69.000 Hektar verwüstet. Mehr als 25.000 Menschen mussten ihre Häuser und Wohnungen verlassen. Tausende Wohnhäuser, Geschäfte und Produktionsanlagen wurden zerstört, darunter mehrere Winzereien.

Kaliforniens Gouverneur Jerry Brown rief den Notstand für acht Bezirke aus. US-Präsident Donald Trump erklärte seinerseits den Katastrophenfall. Dies bedeutet, dass Bundesgelder und andere Ressourcen für die Bekämpfung des Desasters freigegeben wurden.

Die Regionalbehörden warnten, dass die Totenzahlen noch weiter steigen könnten. Allein im Landkreis Sonoma wurden rund 150 Menschen vermisst. Die Behörden zeigten sich "aber zuversichtlich, dass die meisten dieser Menschen wohlauf wiedergefunden und mit ihren Liebsten vereint werden".

In Sonoma County kamen elf Menschen ums Leben, drei weitere Tote wurden in Mendocino gemeldet. Im Bezirk Napa kamen den Behördenangaben zufolge zwei Menschen ums Leben und in Yuba einer. Bei den beiden Toten in Napa handelt es sich laut Medienberichten um ein 99 und 100 Jahre altes Ehepaar. Die beiden konnten sich demnach nicht rechtzeitig vor den Flammen retten.

In der am schlimmstem betroffenen Stadt Santa Rosa wurden das Krankenhaus sowie das "Hilton Hotel" evakuiert. Das Hotel brannte vollständig ab. Mehrere Autobahnen und Straßen wurden gesperrt.

Nach Angaben des Versorgers Pacific Gas & Electric fiel zunächst bei 196.000 Kunden wegen der Brände der Strom aus. Später waren demnach noch 99.000 Kunden von der Stromversorgung abgeschnitten.

Sogar im rund 60 Kilometer entfernten San Francisco waren riesige Rauchwolken zu sehen, auch der Brandgeruch drang bis in die Millionenmetropole. Im Norden der Stadt wurde wegen Asche in der Luft von Aktivitäten im Freien abgeraten.

Angefacht wurden die Brände unter anderem durch sogenannte Santa-Ana-Winde, die mitunter eine Geschwindigkeit von mehr als 90 Stundenkilometern erreichten. Es handelt sich dabei um ein meteorologisches Phänomen, das trockene Winde aus dem Bergland östlich der kalifornischen Küste bringt.

Etwas Zuversicht schöpften die Behörden jedoch daraus, dass sich die Winde am Dienstag abgeschwächt hatten. Die Hoffnung war, dass dies am Mittwoch so bleiben würde. "Lasst uns auf keinen Wind und auf Fortschritt hoffen", schrieb die Polizeibehörde von Sonoma County im Kurzbotschaftendienst Twitter.