Mindestens 19 Tote bei Gasexplosion in Nigeria

Unglücksort in Lagos

Bei einer Gasexplosion in Nigeria sind mindestens 19 Menschen ums Leben gekommen. Dutzende weitere Menschen hätten bei dem Unglück am Sonntag in der Wirtschaftsmetropole Lagos Verletzungen erlitten, teilte die Regionalregierung am Montag mit. Zunächst hatten die Behörden von 15 Todesopfern gesprochen. Allerdings dürfte die Zahl der Toten noch steigen, da weiter Menschen unter den Trümmern vermisst wurden.

Rund 50 Gebäude wurden durch die Detonation in dem Viertel Abule Ado zerstört, darunter auch eine Kirche und der Schlafsaal einer Mädchenschule. Die Explosion löste einen Großbrand aus, in dem auch zahlreiche Lastwagen, Autos und Motorräder verbrannten. Die Einsatzkräfte waren am Montag weiter damit beschäftigt, die Trümmer wegzuräumen.

Die Anwohner appellierten an die Regierung, den Betroffenen zu helfen. "Wir haben nicht nur viele Menschen bei der Explosion verloren, viele von uns sind jetzt auch obdachlos", sagte der Bewohner Femi Ekunfayo.

Nach Angaben des staatlichen Ölkonzerns NPCC war das Unglück von einem Lkw verursacht worden, der am Sonntagmorgen in einer Gasverarbeitungsanlage in einen Stapel Gasflaschen hineingefahren war. Durch die Explosion sei auch eine NPCC-Pipeline beschädigt worden. Nach Angaben des Ölkonzerns konnte das Feuer am Sonntagabend gelöscht werden. Die Reparaturarbeiten an der Pipeline seien im Gange.

Laut einem Sprecher der Nationalen Notfallbehörde (Nema) war es jedoch noch "zu früh, um genau sagen zu können, was die Explosion verursacht hat". Die Wucht der Detonation sei sogar in Gebäuden in drei Kilometern Entfernung spürbar gewesen. Ein Expertenteam aus der Hauptstadt Abuja werde die Unglücksursache nun untersuchen, erklärte der Sprecher.

Nigeria ist der größte Ölproduzent Afrikas. Explosionen von Tanklastern und Pipelines kommen in dem westafrikanischen Land häufig vor. Immer wieder verunglücken Lkw auf den schlecht erhaltenen Straßen. Trotz der Explosionsgefahr versuchen Bewohner auch regelmäßig, Pipelines anzuzapfen.