Millionenschwere Förderung für besseren Datenaustausch in der Medizin

Mit einem millionenschweren Förderprogramm unterstützt die Bundesregierung die Medizininformatik, um den Datenaustausch in der Medizin zu verbessern. Insgesamt stellt das Bundesforschungsministerium 150 Millionen Euro zur Verfügung

Mit einem millionenschweren Förderprogramm unterstützt die Bundesregierung die Medizininformatik, um den Datenaustausch in der Medizin zu verbessern. Für eine vierjährige Aufbauphase wurden vier Konsortien aus 17 Universitätskliniken und rund 40 weiteren Partnern ausgewählt, wie das Bundesforschungsministerium am Montag mitteilte. Für deren Förderung stellt das Ministerium rund 120 Millionen Euro zur Verfügung, insgesamt stehen für das Programm rund 150 Millionen Euro bereit.

Ab Anfang kommenden Jahres werden die ausgewählten Konsortien laut Ministerium sogenannte Datenintegrationszentren aufbauen, über die sie sich vernetzen und Daten austauschen können. Voraussetzung für die Förderung ist demnach die Einhaltung des Datenschutzes. Das Ministerium begründete das Programm damit, dass die digitale Medizin noch einem "Internet ohne Suchmaschinen" gleiche. Es gebe eine gewaltige Menge an Informationen, die nicht genutzt werde.

Vor der Festlegung auf vier Konsortien hatten sich laut Bildungsministerium 28 der 33 deutschen Universitätskliniken und weitere Partner an einer neunmonatigen Konzeptphase beteiligt. Damit sich alle Institutionen weiter am Ausbau der digitalen Medizin beteiligen können, will das Ministerium zusätzlich über die Förderung der Konsortien hinaus bis zu 30 Millionen Euro investieren. Die gesamte Fördersumme liegt damit bei 150 Millionen Euro.

Die Vision sei, dass jeder Arzt "alle verfügbaren Erfahrungswerte und Forschungsergebnisse auf Knopfdruck abrufen und in seine Therapieentscheidungen einbeziehen kann", erklärte Bundesforschungsministerin Johanna Wanka (CDU). Dadurch würden die Patienten künftig noch besser beraten und therapiert.