Milliardenverluste für Mexikos staatlichen Erdölkonzern Pemex

MEXIKO-STADT (dpa-AFX) - Der hoch verschuldete mexikanische Erdölkonzern Pemex hat in den ersten drei Monaten dieses Jahres deutlich höhere Verluste eingefahren als im gesamten vergangenen Jahr. Das Staatsunternehmen wies für den Zeitraum Januar bis März einen Fehlbetrag von gut 562 Milliarden Peso (rund 21,5 Milliarden Euro) aus, wie aus einem Finanzbericht an die mexikanische Börse vom Donnerstag hervorgeht. Pemex verwies zur Begründung auf den Fall des Rohölpreises, eine schwächere Nachfrage wegen der Corona-Pandemie sowie die Abwertung des Peso im Vergleich zum US-Dollar.

Im gesamten Jahr 2019 hatte der Konzern Verluste von rund 346 Milliarden Peso verzeichnet. Pemex ist einer der am stärksten verschuldeten Energiekonzerne der Welt. Die Verbindlichkeiten belaufen sich trotz Hilfen der mexikanischen Regierung derzeit auf knapp 105 Milliarden US-Dollar (etwa 97 Milliarden Euro). Auch mit einer Refinanzierung von Milliardenkrediten vor rund einem Jahr konnte sich Pemex bislang nicht stabilisieren. Die Ratingagenturen Moody's und Fitch stuften ihre Bewertungen zuletzt herab.

Aufgrund fehlender Investitionen in moderne Technik fällt die Ölproduktion in dem lateinamerikanischen Land seit Jahren stetig. Während 2004 in Mexiko täglich noch 3,4 Millionen Barrel gefördert wurden, waren es zuletzt nur noch 1,7 Millionen Barrel. Vor wenigen Wochen stimmte Mexiko in einer Vereinbarung mit dem Ölkartell Opec und dessen Partnern einer Kürzung seiner Ölfördermenge um 100 000 Barrel am Tag zu. Zunächst war von Mexiko eine Drosselung um täglich 400 000 Barrel gefordert worden.