Milliarden-Spende gegen die Hungerkrise: Chef des UN-Ernährungsprogramms will Elon Musk persönlich überzeugen "an jedem Ort der Erde oder auch im Weltraum"

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Tesla-Chef Elon Musk 2021 beim Besuch der Gigafactory in Grünheide bei Berlin.
Tesla-Chef Elon Musk 2021 beim Besuch der Gigafactory in Grünheide bei Berlin.

Der Leiter des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen, David Beasley, will Elon Musk treffen, um für eine Milliardenspende gegen die akute Hungerkrise zu werben. Er sei dazu bereit „auf der Erde – oder auch im Weltraum“ twitterte Beasley in Anspielung auf Musks Raumfahrt-Ambitionen. Beasley wolle dem Tesla-Chef erklären, wie der reichste Mann der Welt dazu beitragen könnte, den Hunger in der Welt zu lindern.

https://twitter.com/wfpchief/status/1455191851829497861

Musk hat versprochen, Tesla-Aktien zu verkaufen und den Erlös zu spenden – vorausgesetzt die UNO könne beweisen, dass ein kleiner Prozentsatz seines Vermögens wirklich Millionen Menschenleben retten könnte. Musk hatte damit wiederum auf Äußerungen Beasleys bei CNN reagiert. Er hatte dort erklärt, dass eine Spende von sechs Milliarden US-Dollar aus den Vermögen von Milliardären wie Musk und Jeff Bezos 42 Millionen Menschen helfen könnte, die sonst „buchstäblich sterben werden, wenn wir sie nicht erreichen“.

Musk ist der reichste Mensch der Welt und wurde kürzlich als erste Person im Bloomberg Billionaires Index mit einem geschätzten Nettovermögen von über 300 Milliarden Dollar geführt. Der Index listet das Nettovermögen des Tesla-CEOs derzeit mit 311 Milliarden Dollar. Die von Beasley geforderten sechs Milliarden entsprächen also zwei Prozent seines Vermögens. Mit einer solchen Spende würde er den zweitreichsten Mann der Welt, Amazon-Gründer Jeff Bezos, immer noch um mindestens 100 Milliarden Dollar übertreffen. Das Nettovermögen beider Männer besteht größtenteils aus Aktien der Unternehmen, die sie gegründet oder groß gemacht haben.

Musk fordert öffentliche und transparente Herleitung

Musk bestreitet jedoch die Behauptung, dass der konkrete Geldbetrag die Hungerkrise lösen würde. CNN hatte Beasleys Äußerungen zunächst in einer Schlagzeile zusammengefasst, auf die sich Musk offenbar bezog. Auf Twitter erklärte er, wenn das Welternährungsprogramm der UN seine Berechnungen öffentlich machen und darlegen könne, wie sechs Milliarden Dollar die Welthungerkrise lösen, würde er „sofort Tesla-Aktien verkaufen“ und das Geld spenden. Allerdings forderte er eine für die Öffentlichkeit einsehbare Buchhaltung, die genau darlege, wie das Geld ausgegeben werden solle.

https://twitter.com/elonmusk/status/1454809318356750337

Beasley antwortete Musk ebenfalls in einem Tweet: „Ich kann Ihnen versichern, dass wir die Systeme für Transparenz und Open-Source-Buchhaltung haben. Ihr Team kann das überprüfen und mit uns zusammenarbeiten, um sich dessen absolut sicher zu sein.“ Beasley stellte allerdings auch klar, dass das UN-Welternährungsprogramm nie gesagt habe, sechs Milliarden Dollar würden „das Welthungerproblem lösen“. „Dies ist eine einmalige Spende, um 42 Millionen Menschenleben während dieser beispiellosen Hungerkrise zu retten“, twitterte er.

Beasley hat seinen Aufruf an die Milliardäre wiederholt und sie gebeten, sich für die Bekämpfung des Hungers in der Welt einzusetzen. „Es ist nicht kompliziert. Ich verlange nicht, dass sie das jeden Tag, jede Woche, jedes Jahr tun“, sagte Beasly bei CNN. „Die 400 größten Milliardäre in den Vereinigten Staaten haben im vergangenen Jahr ihr Nettovermögen um 1,8 Billionen Dollar erhöht“, fuhr er fort. „Alles, worum ich Sie bitte, sind 0,36 Prozent ihres Nettovermögenszuwachses. Ich bin dafür, dass die Menschen Geld verdienen, aber Gott weiß, ich bin auch dafür, dass Sie den Menschen helfen, die jetzt in großer Not sind. Die Welt ist in Schwierigkeiten.“

https://twitter.com/WFPChief/status/1453398212837052422?ref_src=twsrc%5Etfw%7Ctwcamp%5Etweetembed%7Ctwterm%5E1453398212837052422%7Ctwgr%5E%7Ctwcon%5Es1_&ref_url=https%3A%2F%2Fwww.businessinsider.com%2Fmusk-sell-tesla-stock-if-6-billion-solves-world-hunger-2021-11

Dieser Artikel wurde von Steffen Bosse aus dem Englischen übersetzt. Das Original findet ihr hier.

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