Milliardärsduo Thiel und Angermayer setzen auf deutschen Neuralink-Konkurrenten

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Christian Angermayer und Peter Thiel (rechts) haben in der Vergangenheit schon häufiger co-investiert, zum Beispiel in die Psychedelika-Firma Atai.
Christian Angermayer und Peter Thiel (rechts) haben in der Vergangenheit schon häufiger co-investiert, zum Beispiel in die Psychedelika-Firma Atai.

Mit seinem Unternehmen Neuralink will Elon Musk das menschliche Gehirn mit Computern verbinden. Genau daran arbeiten auch die beiden deutschen Gründer Florian Solzbacher und Markus Gerhardt des Unternehmens Blackrock Neurotech. Nun bekommen sie dafür finanzstarke Unterstützung von zwei anderen Startup-Milliardären: Biotech-Investor Christian Angermayer und Paypal-Gründer Peter Thiel beteiligen sich gemeinsam an dem Startup, das im US-amerikanischen Bundesstaat Utah sitzt.

Mehr als acht Millionen Euro (zehn Millionen US-Dollar) fließen in der aktuellen Runde. Auch Deposit-Solutions-Gründer Tim Sievers ist dabei eingestiegen. Sievers sei es auch gewesen, der auf das Unternehmen aufmerksam wurde und Angermayer und Thiel mit an Bord holte, so die Gesellschafter. Beide sind bereits beim Fintech Deposit Solutions investiert. Sievers und der Blackrock-Mitgründer Gerhardt wiederum kennen sich noch aus Studienzeiten in Oxford.

Zum ersten Mal Wagniskapital eingesammelt

Gerhardt und Solzbacher haben Blackrock Neurotech 2008 in den USA gegründet. Sie entwickeln sogenannte Brain-Computer-Interfaces (BCIs). Diese Mini-Computer sind mit Elektroden ausgestattet, die in verschiedenen Teilen des Gehirns implantiert sind. Dort empfangen sie Signale und wandeln diese in elektronische Reaktionen um. So soll es querschnittsgelähmten Patienten beispielsweise wieder möglich sein, ihre Arme oder Beine zu spüren.

Die beiden Neurotech-Gründer Florian Solzbacher (ganz links) und Markus Gerhardt (ganz rechts) gemeinsam mit Patienten
Die beiden Neurotech-Gründer Florian Solzbacher (ganz links) und Markus Gerhardt (ganz rechts) gemeinsam mit Patienten

Die beiden Gründer von Blackrock – das nichts mit dem gleichnamigen Vermögensverwalter zu tun hat – arbeiten seit über einem Jahrzehnt an der Technologie. „Das ist mein Lebenswerk“, sagt Solzbacher zu Gründerszene, der zusätzlich als Professor an der Universität in Utah lehrt. Bisher haben sie sich über Forschungsprojekte und den Verkauf von Software und Hardware an andere Forscher finanziert. Nun aber sei die Entwicklung der Technologie so weit fortgeschritten, dass sie ihr Wachstum durch Venture Capital schneller vorantreiben wollten. 89 Mitarbeitende beschäftigt das Unternehmen aktuell.

In der Forschung weiter als Neuralink

Dass Elon Musk mit Neuralink an einer ähnlichen Technologie arbeitet, empfinden sie als positiv: Neuralink habe dabei geholfen, das Thema BCI der Allgemeinbevölkerung zugänglicher zu machen, sagen sie. Angst vor Konkurrenz haben sie nicht: „Wir sind weiter als Musk“, sagt Solzbacher selbstbewusst. Tatsächlich ist der Chip von Blackrock bereits bei 28 Patienten im Einsatz. Neuralink hingegen forscht an Tieren wie etwa Schweinen. Mit der Finanzierung wolle Blackrock Neurotech seine Produktion hochfahren und seine Implantate Patienten weltweit zugänglich machen, sagt sein Mitgründer Gerhardt.

Investor Christian Angermayer glaubt: „In der Zukunft könnten BCIs so gewöhnlich werden wie Herzschrittmacher heute.“ Für Angermayer ist die medizinische Anwendung nur der Beginn. Er hofft, dass die Technologie noch ein viel breiteres Anwendungsfeld finden wird: „Menschen werden miteinander kommunizieren, arbeiten und sogar künstlerisch tätig sein können, direkt gesteuert durch ihren Geist.“