Milliardär aus Hongkong schnappt sich Ista


Entscheidung im Milliardenpoker: Der Energiedienstleister Ista hat einen neuen Eigentümer. Nach Informationen des Handelsblatts aus Finanz- und Unternehmenskreisen übernimmt Li Ka-shing die Mehrheit an dem Unternehmen aus Essen. Damit setzt sich der 88-jährige Milliardär im Bieterwettstreit gegen kanadische Pensionsfonds und Finanzinvestoren durch. Strategische Bieter aus der Industrie waren nicht mehr im Rennen.

Der bisherige Mehrheitseigentümer von Ista, der Finanzinvestor CVC, hatte das Unternehmen zum Verkauf gestellt. Die Frist für die Gebote lief Anfang der Woche aus. Vor vier Jahren ist CVC für 3,1 Milliarden Euro bei der Firma eingestiegen. Für den Verkauf der Anteile dürfte der Finanzinvestor nun laut einem Insider mehr als 4,5 Milliarden Euro kassieren. Weder CVC noch Ista wollten sich zu dem Deal äußern.


Das Kerngeschäft von Ista gilt als langweilig, aber hochattraktiv. Die Firma mit ihren mehr als 5.000 Mitarbeitern hat sich auf das Ablesen und Abrechnen von Wärmeverbräuchen spezialisiert. Das bringt stetige und gut berechenbare Einnahmen sowie die Aussicht auf weiteres Wachstum durch die boomende Bauwirtschaft. Im vergangenen Jahr hatte der Dienstleister bei einem Umsatz von 850 Millionen Euro ein operatives Ergebnis (Ebitda) von 370 Millionen Euro erwirtschaftet. Der wichtigste Kunde von Ista ist die Wohnungswirtschaft. Insofern passt der neue Eigentümer gut zu der Firma.

Denn zum Imperium von Li Ka-shing, dem laut Forbes achtreichsten Menschen der Welt mit einem Vermögen von 31 Milliarden Dollar, zählt mit der Cheung Kong Property Holding (CKP) auch der größte Immobilien-Projektentwickler in Hongkong. Auch sonst dürfte der neue Eigentümer ganz nach dem Geschmack von Ista-Chef Thomas Zinnöcker sein. Er hatte erst im Januar bekundet, er wünsche sich einen langfristigen Investor. "Ich denke an einen Zeitraum von zehn oder 15 Jahren“, sagte Zinnöcker. Mit Li Ka-shing dürfte er diesen Investor gefunden haben.