Millenials und die sozialen Medien verändern, wie Menschen ihre Einrichtung kaufen

Wayfair, der Online-Händler für Möbel und Inneneinrichtung, verzeichnet eine massive Verlagerung von herkömmlichen Geschäften hin zu Online-Shops für Einrichtungsgegenstände, da mehr Millenials solche Dinge über ihre Smartphones und andere Geräte kaufen.

„Es gibt eine Vielzahl von Dingen, die wir bei den Trends bemerken. Die Nutzung unserer App beispielsweise wächst. Die mobilen Zugriffe haben andere Formen des Datenverkehrs abgelöst und dies steigt weiterhin stark an“, sagt CEO Niraj Shah in einem Yahoo Finance Podcast.

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Dieser Anstieg ist hauptsächlich auf die Generation der Millennials zurückzuführen. Es gibt 70 Millionen Millenials in den USA, die zwischen 21 und 34 Jahre alt sind und viele kommen jetzt in ein Alter, wo sie heiraten, ein Haus kaufen und eine Familie gründen, was der Beginn der zentralen 20 Jahre der Einrichtung eines Zuhauses ist. Dieser Prozess wird laut Shah immer mehr per Online-Shopping vorgenommen.

Einrichtungsgegenstände sind zu einem der am schnellsten wachsenden Segmente des E-Commerce geworden. Und es steht noch immer am Anfang. Vergangenes Jahr merkte Shah an, dass nur neun Prozent der in den USA verkauften Dinge aus der Kategorie Einrichtung im Wert von 220 Mrd. Euro online bestellt wurden. Er fügte hinzu, dass dieses Segment in den vergangenen Jahren um rund 15 % gewachsen ist und wenn dieses Wachstum in den kommenden zehn Jahren anhält, dann werden 65 Mrd. Euro der Käuferausgaben „verfügbar“ sein, da immer mehr Leute ihr Zuhause online einrichten.

„Viele der Trends, die im Technologiesektor zu beobachten sind, werden meiner Meinung nach das Online Shopping bei Millennials extrem beliebt machen, wenn sie älter werden”, sagt Shah. „Denn die Vorstellung, in ein Geschäft zu gehen, dort hinzufahren, zwei Stunden in einem Geschäft zu verbringen, zwei weitere Stunden in einem anderen Geschäft, Verkäufer, keine wirklich gute Auswahl, nicht so umfangreiche Produktinformationen wie man gerne hätte – das scheint einfach nicht sehr ansprechend.“

Ein Unternehmen wie Wayfair – und dessen Marken Joss & Main, Birch Lane und All Modern – können auch von einer Social Media Welt profitieren, wenn junge Kunden sich auf der Suche nach Inspiration durch ihre Streams scrollen und eigene Ideen posten.

Bild: Wayfair

„Social Media ist sehr mächtig, nicht nur wenn es darum geht, Kunden zu erreichen, aber auch, damit Kunden ihre Meinungen und Gedanken mit anderen austauschen können”, sagt Shah. „Und wir haben definitiv davon profitiert, dass die Welt immer transparenter wird, egal ob Google, soziale Medien oder dass wir Dinge tun können oder dass unsere Kunden Dinge tun können. Und ich glaube, dies war ein großartiger Antrieb.“

Die richtige Visualisierung ist ein zentraler Bestandteil von Wayfairs Unternehmensstrategie, besonders da die Firma anstrebt, in einer Welt der E-Commerce-Giganten zu konkurrieren.

„Ich glaube auch, dass Visualisierung für unseren Bereich sehr wichtig ist, es geht um Zuhause und es ist Mode, die optisch ansprechend ist, es ist emotionsgeladen, es dreht sich alles um den Look, den wir erzielen wollen“, sagt Shah. „Man möchte nicht exakt die gleichen Dinge verkaufen wie alle anderen. Aber wenn man nach Papierhandtüchern oder Batterien sucht, dann sucht man nach exakt den Dingen wie jeder andere auch. Und da wir uns darauf konzentrieren, glaube ich, ist es das, was uns von den gleichen Kategorien, um die Wal Mart und Amazon und Target konkurrieren, abhebt. Wir konzentrieren uns stattdessen auf Kategorien, die eine sehr viel persönlichere Wahl sind, ein persönlicher Stil.“

Shah und sein Cornell-Kommilitone Steve Conine gründeten 2012 nach dem Platzen der dot-com-Blase das Unternehmen in Form von verschiedenen Nischenwebseiten für Möbel wie racksandstands.com. Heute ist Wayfair ein mehrere Milliarden schweres Online-Möbelgeschäft, das über zehn Millionen Produkte anbietet und elf Millionen aktive Kunden hat.

Retail Revolution (Illustration von Thomas Porostocky)

Julia La Roche