Militärisches Großmanöver von USA und Südkorea simuliert Angriff Nordkoreas

Inmitten schwerer Spannungen mit Nordkorea haben die USA am Montag ihr jährliches gemeinsames Militärmanöver mit dem Verbündeten Südkorea begonnen. Zehntausende Soldaten nehmen an den auf zwei Wochen angelegten Übungen teil

Vor dem Hintergrund größter Spannungen mit Nordkorea haben die USA und Südkorea am Montag ein gemeinsames Großmanöver gestartet. Zehntausende Soldaten aus den USA und aus Südkorea nehmen an dem zweiwöchigen, zum großen Teil computersimulierten Militärmanöver teil. Der südkoreanische Präsident Moon Jae wies nordkoreanische Vorwürfe der Kriegstreiberei zurück.

An dem Großmanöver mit dem Namen "Ulchi Freedom Guardian" beteiligen sich allein 17.500 US-Soldaten. Im vergangenen Jahr waren es noch 25.000 US-Soldaten gewesen. US-Verteidigungsminister James Mattis wies den Vorwurf zurück, dass die Zahl der US-Soldaten zur Beschwichtigung Pjöngjangs verringert worden sei. Ziel der Übung sei es, die Fähigkeit und Bereitschaft der USA sicherzustellen, "Südkorea und unsere Verbündeten zu verteidigen", sagte er am Sonntag.

Nordkorea fühlt sich durch die regelmäßigen Militärmanöver der USA zusammen mit Südkorea bedroht. Pjöngjang warf den USA nun vor, auf der koreanischen Halbinsel "Öl ins Feuer zu gießen". Niemand könne garantieren, dass sich das Manöver nicht zu "tatsächlichen Kämpfen" ausweite, hieß es in der Staatszeitung "Rodong Sinmun".

Nordkoreas Verbündeter China rief die USA und Südkorea auf, das gemeinsame Manöver auszusetzen. Die derzeitige Lage auf der koreanischen Halbinsel sei "hochgradig heikel und fragil", sagte Außenamtssprecherin Hua Chunying. Die direkt betroffenen Parteien, einschließlich der USA und Südkorea, sollten gemeinsame Anstrengungen zum Abbau der Spannungen unternehmen.

Die Sprecherin bekräftigte den Vorschlag, dass Pjöngjang sein Waffenprogramm aussetzen und die USA im Gegenzug auf ihre Militärmanöver verzichten sollten. Die Volksrepublik China befürwortet als Antwort auf die Krise eine Rückkehr zu den früheren Sechser-Gesprächen zwischen Nord- und Südkorea, China, Russland, den USA und Japan.

Südkoreas Präsident Moon versicherte, die Übung sei "rein defensiver Natur". Er appellierte an seinen Nachbarn, die Übung nicht "als Ausrede für Provokationen zu nutzen, die die Situation verschlimmern würden". Bei einer Kabinettssitzung sagte Moon, Nordkoreas "wiederholte Provokationen" zwängen Südkorea und die USA dazu, die gemeinsamen Militärübungen abzuhalten. Daraus ergebe sich ein "Teufelskreis".

Im Konflikt um das nordkoreanische Atom- und Raketenprogramm hatte sich der Ton zwischen Washington und Pjöngjang zuletzt deutlich verschärft. US-Präsident Donald Trump drohte, er werde militärisch "mit Feuer und Wut" gegen Nordkorea vorgehen, wobei die Waffen bereits "entsichert und geladen" seien.

Daraufhin erklärte Pjöngjang, es werde Raketen in Richtung der Pazifikinsel Guam abfeuern, einem US-Außengebiet, wo tausende US-Soldaten stationiert sind. Zuletzt rückte die nordkoreanische Führung von dieser Ankündigung jedoch wieder ab und erklärte, sie warte zunächst Washingtons weiteres Verhalten ab.