Militär: US-Drohnenangriffe können Shebab-Miliz in Somalia "auslöschen"

Amisom-Chef Francisco Madeira

Der Leiter des Militäreinsatzes der Afrikanischen Union in Somalia (Amisom), Francisco Madeira, sieht die islamistische Shebab-Miliz wegen der zuletzt verstärkten US-Drohnenangriffe kurz vor ihrem Ende. Die Angriffe würden die Miliz "auslöschen", sagte Madeira am Freitag der Nachrichtenagentur AFP.

Die USA hatten in den vergangenen Wochen ihre Drohneneinsätze gegen die mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida verbündete Shebab-Miliz sowie gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) in Somalia deutlich ausgeweitet. Dadurch hätten die Shebab-Kämpfer "schwere Verluste" erlitten, sagte Madeira am Rande des Gipfels der Afrikanischen Union in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba. "Es ist eine gute Sache, mit dem Terrorismus Schluss zu machen", fügte er hinzu.

Zuletzt hatten US-Sondereinsatzkräfte und Soldaten der somalischen Armee dutzende Dschihadisten in dem Land am Horn von Afrika getötet. So wurden bei einem US-Luftangriff im Dezember nach Angaben der US-Armee 13 Kämpfer der Shebab-Miliz getötet. Bereits im März hatte US-Präsident Donald Trump die Befugnisse seiner Armee in Somalia im Kampf gegen Dschihadisten ausgeweitet.

Die Shebab-Miliz kämpft in Somalia seit Jahren gewaltsam für die Errichtung eines islamischen Gottesstaats. Sie hat sich den Sturz der von der internationalen Gemeinschaft unterstützten Regierung zum Ziel gesetzt. Truppen der Afrikanischen Union und der somalischen Armee hatten die Miliz 2011 aus Mogadischu vertrieben. Die bewaffneten Rebellen waren aber weiterhin im Land aktiv.

Der Militäreinsatz der Afrikanischen Union läuft seit dem Jahr 2007. Ursprünglich sollte die mehr als 20.000 Soldaten zählende Truppe das Land im Jahr 2020 wieder verlassen. Aber der Aufbau der somalischen Armee könne "mehr Zeit als vorgesehen" in Anspruch nehmen, sagte Madeira am Freitag. Er schloss eine Verlängerung des Einsatzes deshalb nicht aus.