Milchbauern in Frankreich protestieren gegen niedrige Butterpreise im Handel

In Frankreich haben wütende Bauern am Freitag vor Supermärkten gegen das Preisdiktat und die "Lügen" des Einzelhandels bei der Vermarktung von Butter protestiert

In Frankreich haben wütende Bauern am Freitag vor Supermärkten gegen das Preisdiktat und die "Lügen" des Einzelhandels bei der Vermarktung von Butter protestiert. Es gebe keinen Buttermangel im Land, und die Bauern produzierten auch nicht zu wenig Milch, erklärte etwa Yannick Girin vom Jungbauernverband vor einem Leclerc-Supermarkt in Civrieux d'Azergues in der Nähe von Lyon. Grund für leere Supermarktregale seien die niedrigen Preise, die der Einzelhandel für Butter zahle.

Die Bauern vor dem Leclerc in der Nähe von Lyon verteilten Etiketten an die Einkaufenden, auf denen ein "gerechter Preis" von drei Euro für das 250-Gramm-Päckchen aufgedruckt war. Der Einzelhandel weigere sich, einen fairen Preis zu zahlen, kritisierten die Landwirte. Daher werde die meiste in Frankreich produzierte Butter ins Ausland verkauft.

Ähnliche Aktionen gab es auch in anderen Regionen des Landes. "Wir machen mobil, um die Verbraucher zu informieren", sagte etwa die Bäuerin Bernadette Bréhon aus dem Département Oise im Norden des Landes. "Die Supermärkte wollen keine fairen Preise zahlen."

In Deutschland war der Preis für Butter binnen eines Jahres um 70 Prozent gestiegen. Sahne, Milch und Quark kosteten jeweils etwa 30 Prozent mehr. Mittlerweile senkten die Discounter den Preis für ein 250-Gramm-Päckchen wieder von 1,99 Euro auf 1,59 Euro. Milch dagegen wurde teurer.