Milans neuer Oldie-Sturm

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Milans neuer Oldie-Sturm
Milans neuer Oldie-Sturm

Sieben Jahre lang mussten sich die Anhänger des AC Mailand gedulden – nun spielt der italienische Traditionsklub endlich wieder in der Champions League.

Angesichts der Rückkehr in die Königsklasse hat Milan bereits kräftig in Verstärkungen investiert. Rund 60 Millionen Euro haben die Rossoneri laut Gazzetta dello Sport insgesamt für neue Spieler ausgegeben – aktuell Platz drei in dieser Transferperiode im weltweiten Vergleich – und damit so viel wie kein anderer Klub in Italien. (Service: Spielplan Serie A)

Dabei beweist die jüngste Verpflichtung, dass Neuzugänge auf Top-Niveau gar nicht so teuer sein müssen. Olivier Giroud kostete den Verein gerade einmal eine Million Euro (plus einer weiteren Million). Der Weltmeister von 2018 unterschrieb einen Zweijahresvertrag in Mailand, mit einer Option auf eine dritte Saison und gesellt sich in den Sturm neben Superstar Zlatan Ibrahimovic.

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Ibrahimovic und Giroud: Erfahrung und Tore garantiert

Dieser hatte bereits im Vorfeld kräftig für eine Verpflichtung des 34-Jährigen geworben. „Wir brauchen Spieler wie ihn, er ist ein Gewinner“, sagte der schwedische Superstar. Nun sollen es die beiden gefürchteten Oldies ganz vorne richten - zusammen sind sie 73 Jahre alt und haben auf Vereinsebene über 700 Tore erzielt.

„Ich habe ein paar Mal gegen Ibrahimovic gespielt: Mit 39 ist er ein außergewöhnlicher Profi“, freute sich auch Giroud über das künftige Zusammenspiel mit dem Altstar. „Wir werden um den Scudetto kämpfen und eine großartige Champions League haben“, kündigte er bei seiner Vorstellung an. „Ich will mit Milan etwas gewinnen.“

Wie genau der AC Milan mit Giroud plant, ist allerdings noch nicht ganz klar. Ein Grund, weshalb der Franzose den FC Chelsea verlassen wollte, war unter anderem seine zuletzt immer weniger gewordene Spielzeit unter Thomas Tuchel. Deshalb spekulieren italienische Medien bereits, dass Giroud nicht nur als Ersatz für Ibra eingeplant sein soll.

Milan mit Systemumstellung für Oldie-Sturm?

So sei es denkbar, dass AC-Trainer Stefano Pioli extra vom bewährten 4-2-3-1-System abrücken könnte. Dann würde eine 4-3-1-2-Formation zum Einsatz kommen, damit beide Routiniers gleichzeitig auflaufen können. Andererseits hatte Ibrahimovic in der vergangenen Saison immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen, sodass der fittere Giroud ohnehin einige Spiele von Beginn an machen könnte, wenn sich die Krankenakte des Schweden fortsetzt. Zum Saisonstart soll Ibrahimovic aber wieder voll einsatzbereit sein.

Darüber hinaus kennt Giroud den Geschäftsführer des AC Mailand, Ivan Gazidis, bestens. Der Südafrikaner hatte bereits bei Arsenal das Sagen, als der Angreifer dort war. Beide sollen sich im Zuge des Transfers viel ausgetauscht haben - ein weiter Grund, warum die Zusammenarbeit fruchten könnte.

Davon ist auch Fikayo Tomori überzeugt. „Er hat viel gewonnen und jemanden wie ihn zu haben, ist fantastisch. Ich bin sicher, dass er sich hier sehr gut machen wird“, erklärte der Abwehrspieler bei Milan TV über seinen neuen und alten Teamkollegen Giroud. Der 23-Jährige wurde nach seiner Ausleihe vom FC Chelsea fest von Milan für rund 28 Millionen Euro verpflichtet.

„Olivier ist ein netter Mensch, der allen hilft und ermutigt, den Jüngsten und den anderen Teamkollegen. Er ist ein Typ, der eine Gruppe bildet, ein echter Profi, und jeder kennt seine Qualitäten“, führte Tomori aus.

Nächstes Schnäppchen in der Pipeline

In der Zwischenzeit steht der Verein kurz davor, ein weiteren preiswerten Transfer zu finalisieren.

Brahim Diaz befindet sich unmittelbar vor einer Rückkehr in die Lombardei. Der junge Spanier hatte in der vergangenen Saison mit sieben Toren und vier Vorlagen auf sich aufmerksam gemacht. Die Ausleihe von Real Madrid soll nun ausgeweitet werden.

Demnach wird Diaz zunächst für zwei weitere Jahre auf Leihbasis für Mailand spielen, im Anschluss kann der Klub den 21-Jährigen für 22 Millionen fest verpflichten. Real besitzt wiederum ein Rückkaufrecht über 27 Millionen.

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Mailand hat auch die Kaderbreite im Blick

Unabhängig davon, ob die Königlichen von dieser Option in Zukunft Gebrauch machen werden, hat der technische Direktor Paolo Maldini augenscheinlich einen exzellenten Deal ausgehandelt. Einen Spieler wie Diaz für zwei Jahre für „günstige“ drei Millionen Euro zu verpflichten - da würden auch andere Vereine sofort zuschlagen.

Ein anderes neues Gesicht, welches gerade erst einen Milan-Vertrag unterschrieben hat, ist Fodé Ballo-Touré. Der Außenverteidiger der AS Monaco bindet sich bis 2025 und kostet inklusive Boni rund viereinhalb Millionen Euro. Er ist als Backup für Dauerbrenner Theo Hernández eingeplant.

Es scheint also, als ließen sich die Mailänder auch nach den schmerzhaften Abgängen von Gianluigi Donnarumma (PSG) und Hakan Calhanoglu (Inter) nicht von ihrem Weg beirren. Mit sinnvollen und punktuellen Verstärkungen rüsten die Rossoneri für die Champions League auf.

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