Migräne: Vorsicht vor dem Medikamenten-Kreislauf!

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Wer unter quälenden Migräne-Attacken leidet, sollte sich nicht scheuen, rechtzeitig zu Arzneimitteln zu greifen. Dennoch gibt es bei der Medikamenteneinnahme etwas Wichtiges zu beachten!

Kopfschmerzen oder Migräne?

Jedem von uns hat schon einmal der Kopf gedröhnt – sei es infolge von Alkoholkonsum, zu wenig Schlaf, zu viel Stress oder weil wir erkältet sind. Insgesamt gibt es mehr als 360 Formen von Kopfschmerzen, Migräne ist dabei jedoch weit mehr als nur ein bisschen Kopfweh. In der Regel ist dieser Schmerz einseitig, hämmernd oder pochend und schränkt den Betroffenen – rund 15 bis 20 Prozent aller Menschen sollen unter Migräne leiden – stark ein. Bis zu drei Tage können die Attacken dauern, gegen die oft nur Bettruhe in einem abgedunkelten Raum hilft. Doch auch Medikamente können Linderung erzielen – sofern sie richtig eingesetzt werden.

Hilfe durch Triptane

Ausgelöst wird Migräne durch entzündete Blutgefäße, die mit überaktiven Nervenzellen im Bereich der Hirnhaut interagieren. Der pochende Schmerz ist dabei eine Folge von überempfindlichen Schmerzrezeptoren. Um diese zu beruhigen, haben sich sogenannte Triptane bewährt. Diese ähneln dem körpereigenen Botenstoff Serotonin und verengen gezielt die erweiterten Blutgefäße der Hirnhaut. Triptane können nicht nur den Migränekopfschmerz bekämpfen, sondern auch die Begleitsymptome wie Übelkeit, Erbrechen und Lichtempfindlichkeit lindern.
Für Migränebetroffene können Triptane ein wahrer Segen sein – doch es gibt bei der Einnahme wesentliche Dinge zu beachten.

Regeln für die Triptane-Einnahme

Tatsächlich sollen die Medikamente – die zum Teil ohne Rezept in der Apotheke erhältlich sind – recht früh eingenommen werden. Allerdings nach der sogenannten Aura-Phase, die in der Regel 15 bis 60 Minuten dauert und in der die Betroffenen über Sehstörungen, Taubheit oder Kribbeln im Gesicht klagen. Direkt danach beginnt die Schmerzphase, zu deren Anfang man optimalerweise die Triptane einnimmt. Allerdings treten bei etwa 30 Prozent der Patienten nach Abklingen der Wirkzeit erneut Migränesymptome auf – da darf man die Behandlung mit Triptanen wiederholen.
Als Faustregel gilt: Die Dosis darf am Tag einmal wiederholt werden. Sollten die Symptome dann wieder auftauchen, muss ein neues Therapiekonzept mit dem behandelnden Arzt erarbeitet werden.

Vorsicht bei Triptanen

Eine Gefahr lauert bei der Einnahme von Triptanen: der sogenannte medikamenteninduzierte Kopfschmerz. Dieser entsteht, wenn immer mehr Medikamente gebraucht werden, um den Schmerz zu lindern – ein Teufelskreis.
Um dem entgegenzuwirken, wendet man die 10/20-Regel an. Die besagt: Schmerzmittel dürfen maximal an zehn Tagen pro Monat eingenommen werden, 20 Tage im Monat sollten frei von Arzneimitteln sein. Um das zu gewährleisten, wird am besten ein Schmerztagebuch geführt.
Es gilt: Lieber einmal richtig behandeln – das heißt auch, an einem Tag die Dosis eventuell zu erhöhen -, als häufig nur ein bisschen. In jedem Fall heißt es aber: Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über die für Sie richtige Behandlungsmethode, um Ihre Migräne nicht noch zu verschlimmern.