Microsoft eröffnet zwei Cloud-Rechenzentren in Deutschland

Der US-Softwarekonzern Microsoft will zwei eigene Cloud-Rechenzentren in Deutschland eröffnen. Das Investitionsvolumen dafür liegt dem Vernehmen nach im dreistelligen Millionenbereich.

Das ergaben gemeinsame Recherchen von „WirtschaftsWoche“ und „Handelsblatt“ im Unternehmensumfeld und der IT-Branche. Die beiden Rechenzentren ergänzen die existierenden Cloud-Angebote des US-Softwarekonzerns: Unternehmen konnten Cloud-Dienste entweder aus den europäischen Microsoft-Rechenzentren in Dublin und Amsterdam beziehen. Zudem hatten die Redmonder Ende 2016 die Microsoft Cloud Deutschland gemeinsam mit der Deutschen Telekom gestartet. Die Telekom tritt dabei als Treuhänderin der Daten auf, die Unternehmen im Cloud-Geschäft mit Microsoft außer Haus geben. Diese Treuhänderkonstruktion soll gewährleisten, dass die Kundendaten in Deutschland bleiben.

Laut Brancheninsidern gilt das Versprechen der Datenhaltung in Deutschland auch für die beiden neuen hiesigen Cloud-Rechenzentren. Zudem sollen die neuen Standorte Teil des globalen Netzwerks von Microsoft werden – im Gegensatz zur Deutschland-Cloud. Dies soll die Cloud-Nutzung vor allem für international agierende deutsche Unternehmen einfacher machen.

Der neue Cloud-Vorstoß beweist allerdings auch: Knapp anderthalb Jahre nach der Verkündung redet bei Microsoft kaum noch jemand über die deutsche Cloud. Die speziell abgesicherten Dienste sind zwar weiter im Angebot, doch nach Informationen von „WirtschaftsWoche“ und „Handelsblatt“ aus Branchenkreisen ist die Nachfrage gering. Das gilt für Behörden wie für Unternehmenskunden gleichermaßen.

Offiziell wollte sich Microsoft auf Anfrage von „WirtschaftsWoche“ und „Handelsblatt“ nicht zu dem neuen Angebot äußern.

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