Michael Phelps über sein Shark Week „Wettschwimmen“ mit einem Weißen Hai – und die eine Sache, die ihn nervös machte

Michael Phelps trägt eine Lunocet Schwimmflosse und einen Phantom-Anzug, um gegen einen Hai eine Chance zu haben. (Bild: Discovery)

Phelps vs. Hai: Der Goldmedaillengewinner gegen einen Weißen Hai ist schon jetzt das am meisten diskutierte Event der Shark Week 2017, die am 23. Juli auf Discovery beginnt. Im Eröffnungs-Spezial, das vergangenen Monat gefilmt wurde (Spoileralarm: er lebt!), tritt Michael Phelps, mit 23 Goldmedaillen und 39 Weltrekorden der erfolgreichste Olympiateilnehmer aller Zeiten, gegen verschiedene Haiarten an, darunter auch der gefürchtetste Jäger des Ozeans.

Jeder Fan der Shark Week sollte wissen, dass Phelps nicht wirklich im offenen Meer gegen einen Weißen Hai antreten würde – wenn man schnell von einem Hai wegschwimmt, sieht man wie Beute aus –, trotzdem ist dies nach wie vor die am häufigsten gestellte Frage, nachdem Discovery vergangenen Monat den Wettkampf angekündigt hatte. Yahoo TV sprach mit Phelps, um herauszufinden, wie das epische Kräftemessen genau abgelaufen ist. Dieser musste zunächst lachen und gab dann Auskunft.

„Wir waren vor der Küste Cape Towns in Südafrika und bereiteten eine Art Bahn vor, in der ich eine gerade Linie schwimmen konnte. Wir waren im offenen Wasser, aber es schwamm kein Hai unmittelbar neben mir“, erklärt er. „Es war eine große Herausforderung, einen Hai dazu zu bekommen, dass er in einer geraden Linie schwimmt, denn normalerweise kommen sie aus dem Wasser an die Oberfläche, um zu beschleunigen, wenn sie eine Robbe jagen und das ermöglicht ihnen den natürlichen Vorstoß, den wir alle von Weißen Haien kennen. Aber ich glaube, mit manchen der Tests, die wir mit dem Boot machten, konnten wir sehen, wozu sie fähig sind. Sie erreichen Geschwindigkeiten von bis zu 40 km/h, deshalb könnten sie in einem 100-Meter Wettkampf um die 26 km/h schwimmen. Fragen Sie mich nicht nach Formeln, aber ich weiß, wir haben Leute, die sind schlau genug, um die Formeln herauszufinden, um vorherzusagen, mit welcher Geschwindigkeit sie auf einer Strecke von 100 Metern schwimmen würden. Und das war das, was wir tun konnten und es war verrückt – einfach zuzusehen, wie sie natürlich vorstoßen und dann zu sehen, wie sie mit ihrer ganzen Kraft herunterstürzen, um herauszufinden, was da ist.“

Phelps, der nach den Olympischen Spielen 2012 mit einem Walhai tauchte und Tauchen mit Weißen Haien auf seiner To-Do-Liste hatte, hatte keine Angst, dass er für eine Robbe gehalten werden könnte, während er seinen Teil des Rennens schwamm. „Wir hatten eine Fülle an Tauchern unter mir und überall waren Kameraleute, deshalb fühlte ich mich sicher und beschützt“, sagt er. Trotzdem machte ihn etwas nervös…

„Wenn Sie mir zusehen, wie ich mich für das Rennen in Cape Town vorbereite, sehen Sie Anspannung auf meinem Gesicht und ich glaube, das hatte teilweise damit zu tun, weil ich versuchte, mich mental auf die Wassertemperatur vorzubereiten“, sagt er. „Das Wasser war sehr kalt. Ich wusste, dass es kalt sein würde, aber in 13 Grad kaltem Wasser zu schwimmen, wenn ich normalerweise 27 Grad gewöhnt bin, ist ein großer Unterschied. Ich würde sagen, das Schlimmste an der ganzen Sache war das kalte Wasser.“ Das ist auch der Grund, weshalb er die zweithäufigste Frage nicht beantwortet, die die Menschen hatten, als sie von diesem Kräftemessen hörten: Welchen Schwimmstil wird er wählen? Freestyle oder seinen typischen Schmetterlings-Stil? „Das wird ein Geheimnis bleiben“, sagt Phelps. „Ich hatte nicht mit dieser Wassertemperatur gerechnet, deshalb müssen Sie einschalten, um es zu sehen.“

Michael Phelps taucht auf den Bahamas. (Bild: Discovery)

Shark Week endet am 30. Juli mit einem zweiten Spezial mit GOAT, Hai-Schule mit Michael Phelps. Doc Gruber und Tristan Guttridge vom Bimini Shark Lab geben ihm einen Crashkurs, vom dem Discovery sagt, er werde mit Irrtümern aufräumen, ihn nah an die Kraft eines Weißen Hais führen und „ihm zeigen, wie man sicher mit Haien schwimmt – darunter auch, wie man ruhig bleibt, wenn ein Hammerhai 60 cm über dem Kopf schwimmt.“ Also, was ist der Trick dabei? Phelps lacht erneut. „Ich glaube, er war ungefähr 60 cm von meinem Gesicht entfernt. Er war mir wirklich sehr nah“, sagt er. „Ich glaube, es geht mehr um den gesunden Menschenverstand als man denkt. Man sollte nicht in Panik geraten und nicht wild mit den Armen herumfuchteln. Man sollte nicht ins Wasser springen und eine riesige Welle machen, denn das kann sie offensichtlich anziehen, näher zu kommen und nachzuschauen, was da in ihrem Revier herumspringt und es zu überprüfen… Wir sehen diese Tiere als gefährlich an, aber das sind sie nicht, sie versuchen da draußen zu überleben so wie wir an Land.“

Michael Phelps und die Crew sehen zu, wie ein Hai dem Käfig näherkommt, in den Phelps einsteigen soll. (Bild: Discovery)

Glücklicherweise bekam er bei der Hai-Schulung eine weitere wichtige Lektion: Behalte deine Hände immer im Käfig. Danach gefragt, was der tollste Moment seiner Erfahrung mit Shark Week gewesen sei, sagt er, es war das Erlebnis, „wirklich Nase an Nase“ mit einem Weißen Hai gewesen zu sein. „Wir hatten einige lebhafte, die ganz wild vor und an der Seite des Käfigs waren und ich hätte beinahe meine Hand aus dem Käfig gestreckt, da wir eine der Go Pros verloren hatten und ich sie hinuntersinken sah und sie in Reichweite war. Ich dachte: ‚Oh, vielleicht kriege ich sie‘ und wollte danach greifen, aber augenblicklich zog ich meine Hand zurück. Ich dachte: ‚Nein, das mache ich nicht, meine Hand könnte dabei draufgehen‘“, sagt Phelps. „[Danach] lachten wir alle, denn ich war mit ABC [Andy Brandy Casagrande IV] unter Wasser, einem der Kameraleute, und er sagte: ‚Mann, ich sah dich. Ich habe alles aufgenommen. Ich hoffte nur, dass du deine Hand nicht da hinausstreckst.‘“


Als langjähriger Fan der Shark Week freute sich Phelps darauf, mit Casagrande arbeiten zu dürfen. Er ist wegen seines Muts (erinnern Sie sich, wie er sich aus einem Boot lehnte, um seine Flossen-Kamera an Weißen Haien anzubringen) und Verstands (er weiß stets, wann er auftauchen muss, bevor es zu gefährlich wird) ebenfalls Publikumsliebling. „Andy und ich sprechen noch immer ungefähr drei Mal pro Woche miteinander. Er schickt mir Dinge, die er getan hat und einige ziemlich unglaubliche, legendäre Fotos, die man auf Instagram sehen kann. Er schickt sie herüber, bevor er sie postet und sie sind für mich wirklich überwältigend. Es ist ziemlich cool, dass ich ihn kennenlernen und sehen konnte, wie leidenschaftlich er über Haie spricht und der Bevölkerung mehr über Haie beibringt. Man kann wirklich die Begeisterung in seiner Stimme hören und sieht sie definitiv auch in seinem Gesicht, wie leidenschaftlich er bei dem ist, was er tut, und ich fand das eine wirkliche Bereicherung“, sagt Phelps. „Ich liebe es auch, mit Tristan vom Bimini Shark Lab Zeit zu verbringen. Wir hatten so eine gute Zeit, als wir uns kennenlernten, weil wir viel Zeit auf einem Boot verbracht hatten und ich unzählige Fragen stellte. Ich war wie ein Kind im Süßigkeitenladen. Es war großartig, mit den Jungs zu arbeiten und ich habe mit beiden darüber gesprochen, nach Bimini zurückzukommen und das Shark Lab kennenzulernen und vielleicht mehr mit Andy zu machen.“

Sie haben es also gehört: Phelps wird ins (Hai-besetzte) Wasser zurückkehren. „Ich glaube nicht, dass ich mit Hai-Tauchen fertig bin, nur weil die Sendung vorbei ist. Ich sehe es lieber als Anfang“, sagt er. „Wir wissen nur sehr wenig darüber, was sich unter der Oberfläche des Ozeans befindet – das ist sehr faszinierend für mich. Wir wissen, dass der tiefste Punkt im Ozean ungefähr elf Kilometer tief ist, aber wir kennen wahrscheinlich nicht einmal die Hälfte der Lebewesen, vielleicht sogar noch weniger, die in unseren Ozeanen leben. Die Ozeane bedecken mehr als 70 Prozent der Erdoberfläche und ich finde, es ist verrückt, dass wir fast nichts über sie wissen. Wir wissen mehr über den Weltraum. Hoffentlich bekomme ich noch mehr Gelegenheiten, diesen Tieren nahe zu kommen, denn wenn man sie in ihrer natürlichen Umgebung sieht, sind sie absolut phänomenal anzuschauen. Vor allem der Hammerhai. Ich finde, er ist ein majestätisches Tier. Sehen Sie sich nur einmal an, wie dieses Tier durchs Wasser gleitet – da bekomme ich schon Gänsehaut, wenn ich nur darüber rede.“


Bis Phelps eine weitere Möglichkeit zum Erkunden erhält, hat er jemand anderen, mit dem er seine Liebe für Haie teilen kann: Sein Sohn Boomer, dessen Geburtstagstorte für seinen ersten Geburtstag im Mai die Form eines Weißen Hais hatte. „Er hat eine ganze Reihe von Haien in seinem Zimmer und wir haben sogar einen großen Hammerhai für ihn besorgt. Er liebt diese kleinen Tiere“, sagt Phelps. „Deshalb war es cool, [ihn mit seiner Torte] zu sehen und dann die Erfahrung zu machen, die ich diesen Sommer hatte… Sie werden es von mir wahrscheinlich schon 100 Mal gehört haben, aber es war ein Traum, der wahr wurde… ich glaube, es war aufregender als wirklich alles, was ich außerhalb eines Schwimmbeckens getan habe und ich glaube, das war es, was mich am meisten überraschte – ich hatte zu keiner Zeit zu große Angst. Es war einfach wie ein weiterer Punkt auf einer To-Do-Liste: Man ist so aufgeregt, es zu tun – und die Möglichkeit zu bekommen, dies mit einigen der besten und talentiertesten Jungs der Hai-Welt zu tun, war etwas ziemlich Besonderes für mich.“

Mandi Bierly