Michael Moore hilft in Trump-Kontroverse verstricktem US-Theater

Der US-Filmemacher Michael Moore

Ein New Yorker Theater steht seit Wochen in der Kritik, weil in seiner Version von Shakespeares "Julius Caesar" der ermordete römische Kaiser starke Ähnlichkeit mit US-Präsident Donald Trump hat - nun bekommt es Finanzhilfe von dem linksgerichteten Filmemacher Michael Moore. Der Regisseur kündigte am Dienstag (Ortszeit) im Kurzbotschaftendienst Twitter an, er werde 10.000 Dollar (rund 8800 Euro) an das Public Theater spenden.

Wegen der Kontroverse hatten die Bank of America sowie die Fluglinie Delta erklärt, ihre Sponsorenverträge mit dem Schauspielhaus zu kündigen. Moore führte dies auf den Druck der "rechtsgerichteten Medien" zurück. Unter dem Slogan "Steht ein für freie Rede" rief der 63-Jährige zu Spenden für das Public Theater auf.

In dessen Interpretation von "Julius Caesar" tritt die Hauptfigur in moderner Geschäftskleidung auf, darunter ein tief herunterhängender roter Schlips, wie ihn Trump oft trägt. Caesar schickt zudem Twitter-Botschaften von der Toilette aus und ist mit einer Frau mit slawischem Akzent verheiratet - auch dies Anspielungen auf den US-Präsidenten.

In der Szene des Kaisermordes sehen rechtsgerichtete Kritiker deshalb einen versteckten Aufruf zum Attentat auf den Präsidenten. Regisseur Oskar Eustis wies dies zurück. Die Aufführung sei kein Aufruf zur Gewalt, aber eine "Warnung an jene, welche versuchen, die Demokratie zu bekämpfen". Das Stück wurde während des Festivals "Shakespeare in the Park" im New Yorker Central Park aufgeführt. Das Festival endete am 18. Juni.

Moores Spende an das Public Theater besteht nach seinen Angaben aus dem Vorschuss, den er für eine geplante Aufführung in diesem Sommer am Broadway erhielt. Moore will dort über zwölf Wochen hinweg in einer Ein-Mann-Show auftreten. Außerdem plant er einen neuen Dokumentarfilm über Trump.

In den vergangenen Monaten hatten US-Künstler wiederholt mit provokativen Statements über den Präsidenten für Wirbel gesorgt. Der Hollywoodstar Johnny Depp riss einen schlechten Witz über ein Attentat auf Trump und entschuldigte sich dafür. Die Komikerin Kathy Griffin verlor mehrere Aufträge, weil sie auf einem Foto eine Maske hielt, die wie der abgeschnittene Kopf des Präsidenten aussah.