Michael-Ende-Schule ohne Turnhalle: Eltern wollen nach Sommerferien weiterprotestieren

Schulverwaltung zeigt Verständnis, kann aber keine Zusagen geben.

Das Etikett „Einzige Kölner Schule ohne Turnhalle“ wollen die Eltern der Schulkinder der Michael-Ende-Grundschule nicht mehr allzu lange haben. Kurz vor den Sommerferien starteten sie mit einer Protestaktion vor dem Rathaus einen neuen Versuch, die Misere in Sachen Sportunterricht so bald wie möglich zu beheben. Rund 200 Kinder, Lehrer und Eltern beteiligten sich.

„Das ist erst der Anfang“, kündigte Alexa Mackenbrock an. Sie ist Mutter von einem Kind, das die Katholische Grundschule in der Platenstraße besucht. Nach den Sommerferien sind weitere Aktionen geplant, um das Ziel zu erreichen. Denn bislang zeichnet sich noch kein Erfolg ab.

Sie und die übrigen Eltern bekamen von der städtischen Schulverwaltung zwar sehr viel Verständnis entgegengebracht, aber keinerlei konkrete Auskunft, ob und wann eine Turnhalle gebaut wird. „Mir tut es für die Schule sehr leid“, sagt Amtsleiterin Ulrike Heuer, die das Dilemma schon seit vielen Jahren kennt. „Bei der Verabschiedung der ehemaligen Schulleiterin Marianne Marquart vor wenigen Tagen kam kurz zur Sprache, dass sie sich schon um das Jahr 2000 für eine Turnhalle eingesetzt hatte“, erwähnt Ulrike Heuer.

Marquart war vor 13 Jahren in die Schule Wilhelm-Schreiber-Straße als Leiterin gewechselt. Ihre Nachfolgerin Alice Seim hegte noch Anfang 2009 sehr berechtigte Hoffnungen auf einen Turnhallenbau für die Michael-Ende-Schule. Das Vorhaben dafür wurde aber im Mai desselben Jahres zurückgezogen, weil der Denkmalschutz eines Nachbarhauses durch den Neubau beeinträchtigt worden wäre.

Seit sechs Jahren wird die Schule von Anne Lena Ritter geleitet, die sich dem Thema auch von Beginn an widmete. „Ich hoffe sehr, dass es zeitnah zu einem Bau der Sporthalle kommen wird“, sagt sie zuversichtlich. Die Elternvertreter machten gegenüber der Verwaltung außerdem deutlich, dass eine Turnhalle nicht nur für das Schulsportangebot von Bedeutung sei, sondern auch für andere Aufgaben, wie die Förderung von Kindern mit Behinderungen oder mit Fluchterfahrung.

Keinen geeigneten Raum für Veranstaltungen und Feiern

Auch für Versammlungen, Feiern und Aufführungen gibt es keinen Raum. Daher würde die Turnhalle bereits intensiv von der Schule selbst beansprucht, sodass eine weitere Nutzung durch Vereine in den Abendstunden – Hauptsorge in der Nachbarschaft – gar nicht in Betracht gezogen werden müsse. Die Schule wird von 207 Schülern besucht.

Die Eltern erfuhren von der Schulverwaltung, dass eine Machbarkeitsstudie zum Bau einer Turnhalle als Ergebnis habe, dass es möglich sei, zu bauen. „Wir können auch einen Planungsauftrag herbeiführen, aber auch das bringt uns noch keinen konkreten Terminplan zum Bau“, so Heuer weiter. Der Auftrag ginge nämlich an die städtische Gebäudewirtschaft.

Und die habe zurzeit genug zu tun mit anderen Planungen für weitere Schulbauten. „Es geht momentan vor allem darum, Unterrichtsräume zu schaffen, um den rasant wachsenden Schülerzahlen zu begegnen“, erklärt Ulrike Heuer. Daher stehe der Bau einer neuen Schulturnhalle für eine bestehende Schule ganz unten auf der Prioritätenliste.

Die Aussicht, dass voraussichtlich in fünf oder sechs Jahren mit der Heliosschule an der Vogelsanger Straße eine ganz neue Schule samt einer Dreifachturnhalle nach Ehrenfeld kommt, die eventuell von der Michael-Ende-Grundschule mitgenutzt werden könnte, betrachtet Alexa Mackenbrock sehr skeptisch. „Wie soll das gehen? Die Heliosschule soll mehr als 1000 Schüler haben. Wir mit über 200 Kindern könnten doch schon vier komplette Tage in der Woche die Halle in Beschlag nehmen“, sagt sie. Außerdem sei der Fußweg über die Venloer Straße kaum zumutbar.

Schon jetzt müssen die Schüler weite, zeitraubende Wege zum Sportunterricht in Kauf nehmen. In der Schule selbst gibt es nur ein umfunktioniertes Klassenzimmer, das für Bewegungsspiele taugt und an einer Wand auch die Möglichkeit zum Klettern bietet. Genutzt wird die Turnhalle der Montessori-Grundschule am Pisdorhof in Ossendorf.

Dort hin werden die Schüler mit einem Schulbus gebracht, der dreimal am Tag von der Venloer Straße aus die Schüler abholt und wieder zurückbringt. Ein Notbehelf, denn eine ordnungsgemäße Möglichkeit zum Einsteigen gibt es nicht. Und manchmal fällt der Bus ohne vorherige Ankündigung auch ganz aus....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta