Meyer Burger: Was Ist dran an den Tesla-Gerüchten?

Florian Söllner
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Meyer Burger: Was Ist dran an den Tesla-Gerüchten?

DER AKTIONÄR hat mit Meyer-Burger-Chef Hans Brändle gesprochen. Wir wollten unter anderem wissen, ob das Gerücht stimmt, dass eine seiner letzten Geschäftsreisen nach Buffalo ging und er dort am Standort der neuen Tesla/Panasonic-Solarmodulfabrik mit Elon Musk über den Einsatz von Maschinen für die Heterojunction-Technologie gesprochen hat? Ob Panasonic dann seine eigene Heterojunction-Technologie weiterverwendet, wie es gegenüber dem aktionär ein Brancheninsider vermutet, oder die Japaner tatsächlich auf die kostengünstigere Fertigungstechnologie von Meyer Burger setzen, wird am Ende wohl Elon Musk mitentscheiden.

Herr Dr. Brändle, Glückwunsch zum hohen Auftragseingang. Besteht die Gefahr, dass es sich bei den PERC-Ordern um ein Strohfeuer handelt?

Hans brändle: Nein. Das hohe Momentum im PERC-Bereich wird anhalten. Die Umstellung auf die neue Technologie hat 2014 begonnen und im größeren Stil erst 2016 eingesetzt. Es verbleiben noch sehr hohe Kapazitäten, die mit PERC ausgerüstet werden müssen. Mit PERC hat sich ein neuer Technologiestandard etabliert. Der Auftragstrend ist nach wie vor stark.

Zumal auch die Politik Rückenwind gibt.

Im Moment ist in der Diskussion, dass China sein Top-Runner-Programm verlängert und die Effizienzanforderungen bei Solarmodulen verschärft – dann müssten auch Tier-2-Hersteller auf PERC umstellen, um die vorgeschriebenen Größen zu erreichen.

Wie weit sind Sie bei Heterojunction (HJT)?

Wir haben die Technologie in den letzten Jahren auf ein industrialisiertes Niveau gebracht. HJT bietet enorm hohe Effizienzen an. Zugleich ist es uns nun gelungen, die Kosten so tief zu senken, dass dem Durchbruch nun nichts mehr im Wege steht.

Wir bieten mittlerweile nicht nur komplette Linien, sondern auch nur die Core-Schlüs­sel­­anlagen daraus an. Diese Anpassung der Strategie stößt auf sehr, sehr großes Interesse von starken Spielern im Solarmarkt. HJT kann der nächste technologische Schritt nach PERC werden. Wichtig ist, dass wir mit unserer Technologie in den nächsten Monaten und in den nächsten ein bis zwei Jahren mit den ersten Kunden den Standard setzen.

Apropos. Was ist an dem Gerücht dran, dass Sie mit Tesla-Chef und Panasonic-Partner Elon Musk über HJT sprechen?

Gerüchte kommentiere ich nicht. Aber gehen Sie davon, dass wir mit allen Schlüsselspielern in der Branche im Kontakt sind.

Inwieweit ist die Dünnschicht-Technologie CIGS des Rivalen Manz eine Konkurrenz?

Wir sehen für beide Technologien einen Platz im Markt. Aber aus unserer Sicht hat HJT deutlich höhere Effizienzen und ist viel kostengünstiger.

Was haben Sie sich für dieses Jahr noch vorgenommen?

Die Verbesserung der Profitabilität bleibt unser allerhöchstes Ziel. 2017 wollen wir wie im März 2017 veröffentlicht beim Umsatz in etwa auf Vorjahresniveau sein, aber die Profitabilität deutlich verbessern. Wir sind hier auf Kurs.

Dieser Artikel ist in der AKTIONÄR-Ausgabe 26/2017 erschienen.