Mexikos Trainer Osorio warnt vor Deutschlands Erfahrung

Zwar setzt Deutschland beim Turnier in Russland fast ausschließlich auf junge Spieler, dies sieht der Trainer der Mexikaner aber nicht als Schwäche.

Für die Entscheidung von Joachim Löw, auf zahlreiche Leistungsträger zu verzichten und dafür jüngeren Spielern eine Chance zu geben, hatten andere Teilnehmer des Confed Cups kein Verständnis. Bevor Deutschland und Mexiko am Donnerstag im Halbfinale (20 Uhr im LIVETICKER) aufeinandertreffen, nutzte El-Tri-Coach Juan Carlos Osorio die Gelegenheit, um den Trainer des Gegners zu verteidigen. "Jung sein und Erfahrung haben sind zwei verschiedene Dinge", erklärte der 56-Jährige auf der Pressekonferenz am Mittwoch.

Um seine Argumentation zu stützen, wählte Osorio ein Beispiel aus der Arbeitswelt: "Man kann zum Beispiel mit 30 Jahren zur Universität gehen und Herzchirurg werden und keine Erfahrung haben. Oder man kann mit 21 studieren und anschließend in der Notaufnahme einer großen Stadt arbeiten und zehn Operationen an einem Wochenende haben. Mit 22 oder 23 hat man dann wesentlich mehr Erfahrung als ein 30-jähriger Herzchirurg."

Ähnlich sieht es Osorio auch im Fußball: "Vielleicht ist Deutschlands Vorteil die Gruppe zwischen 22 und 25 Jahren mit Goretzka, Kimmich, Ginter, Can und Draxler. Sie haben in den nationalen Ligen gespielt, die Bundesliga gewonnen, an UEFA-Turnieren und der Champions League teilgenommen. Das ist der Unterschied. Es kommt nicht darauf an, ob man jung ist oder nicht. Was zählt, ist, dass sie viel Erfahrung haben, obwohl sie jung sind."