Mexiko stellt Zusammenarbeit mit den USA auf den Prüfstand

Trump schickt Nationalgardisten an die Grenze zu Mexiko

Die von US-Präsident Donald Trump angeordnete Stationierung von Nationalgardisten an der Grenze zu Mexiko verschärft die Krise in den Beziehungen der Nachbarstaaten. Der mexikanische Präsident Enrique Peña Nieto ordnete eine Überprüfung der Zusammenarbeit mit den USA in allen Bereichen an, wie sein Büro am Montag mitteilte.

Zwar hieß es von dort zunächst, es handle sich um einen Routinevorgang. Der mexikanische Außenminister Luis Videgaray sagte später jedoch in einem Radiointerview, die Überprüfung sei durch die "offenkundigen" Differenzen beider Regierungen ausgelöst worden. Peña Nieto werde deshalb "Entscheidungen" über die künftigen Beziehungen treffen.

Trump hatte in der vergangenen Woche angekündigt, 2000 bis 4000 Nationalgardisten an die Grenze zu entsenden. Der US-Präsident bezeichnet dies als Maßnahme gegen illegale Einwanderung und Drogenhandel.

Die Stationierung der Nationalgardisten begann am Freitag. Der Bundesstaat Texas entsandte laut US-Medienberichten aufgrund der Anweisung Trumps erste Soldaten der Reservetruppe an der Grenze. Bis Montag sollten insgesamt 250 Einsatzkräfte sowie Fahrzeuge und Flugzeuge stationiert werden, hatte die Kommandeurin der Nationalgarde von Texas, Tracy Norris, am Freitag gesagt.

Der Bundesstaat Arizona kündigte seinerseits am Montag an, noch am selben Tag seine ersten 225 Nationalgardisten an der Grenze zu postieren. Weitere Soldaten sollten am Dienstag folgen, teilte Governeur Doug Ducey mit. Die Nationalgarde von Arizona erklärte, sie biete den Grenzschützern "Luftunterstützung, Aufklärung, Unterstützung von Einsätzen, beim Bau der Grenzinfrastruktur und logistische Unterstützung".

Die Beziehungen zwischen den USA und Mexiko haben sich seit Trumps Amtsantritt vor 14 Monaten dramatisch verschlechtert. Peña Nieto strich zwei Mal Pläne für einen Besuch im Weißen Haus nach angespannten Telefonaten mit dem US-Präsidenten. Der mexikanische Präsident warf Trump in der vergangenen Woche in einer Rede "mangelnden Respekt" für Mexiko vor.