Mexiko: Der deutsche Gruppengegner bei der WM 2018 im Portrait

Bei der WM in Russland trifft die deutsche Nationalmannschaft auf Mexiko. Der deutsche Gruppengegner im Portrait.

Der Confed Cup im Sommer 2017 machte in Mexiko Lust auf mehr. Die Kicker aus dem lateinamerikanischen Land schafften sogar den Halbfinaleinzug, verloren allerdings gegen Weltmeister Deutschland (1:4) und unterlagen am Ende auch im kleinen Finale gegen EM-Champion Portugal nach Verlängerung. Doch Rang vier bei der WM-Generalprobe zeigte deutlich, dass mit den Mexikanern bei der WM 2018 in Russland zu rechnen ist.

In der WM-Qualifikation lösten die technisch versierten mexikanischen Kicker frühzeitig das Ticket nach Russland. Dabei war Cheftrainer Juan Carlos Osorio aufgrund seiner Sechs-Spiele-Sperre vom Confed Cup durch den Weltverband FIFA in der entscheidenden Phase nicht unmittelbar bei der Mannschaft dabei. Beim entscheidenden 1:0 gegen Panama saß Osorio letztmalig bei einem Spiel seines Teams auf der Tribüne.

16.WM-Teilnahme

Nach absolvierter Pflicht und der erfolgten Qualifikation für Russland präsentierten sich die Kicker von El Tri jubelnd in den T-Shirts mit der Aufschrift "Nos vamos al Mundial - Rusia 2018" (Wir fahren zur WM - Russland 2018). Die 16. WM-Teilnahme war damit perfekt, zum siebten Mal in Folge sind die Mexikaner bei einer WM-Endrunde dabei.

Nun gilt es den Achtelfinalfluch zu beenden. Die Mexikaner überstanden jeweils die Gruppenphase, doch in der Runde der letzten 16 war sechsmal in Folge jeweils Schluss. Zweimal stand El Tri schon in einem WM-Viertelfinale, das war jeweils bei der Heim-Weltmeisterschaften 1970 und 1986 der Fall.

Einige der mexikanischen Nationalspieler sind in Deutschland bestens bekannt. Rekord-Torjäger Javier Chicharito Hernandez spielte erfolgreich bei Bayer Leverkusen, wechselte aber im Sommer zurück in die englische Premier League und kickt jetzt für West Ham United. Marco Fabian und Carlos Salcedo stehen bei Eintracht Frankfurt unter Vertrag. 

"Jeder kann sehen, was wir draufhaben"

Einer der auffälligsten mexikanischen Spieler ist Hector Herrera vom FC Porto - nicht nur wegen seiner Segelohren, seiner Sturmfrisur und seiner schiefen Nase. Der Mittelfeldspieler gehört zu den wichtigen Eckpfeilern im Team von El Tri. Er ist lauf- und zweikampfstark und kann jederzeit mit einem öffnenden Pass das mexikanische Offensivspiel ankurbeln. "Jeder kann sehen, was wir draufhaben und dass wir mit jedem Team der Welt mithalten können", sagte Herrera schon während des Confed Cups.

Eine erstaunliche Erscheinung ist auch Jürgen Damm und dies nicht nur, weil er deutsche Wurzeln hat. Der Weltverband FIFA hat ihm attestiert, hinter dem walisischen Superstar Gareth Bale mit dem Ball am Fuß der zweitschnellste Profi der Welt zu sein. Für den Briten wurden vor zwei Jahren bei einer Studie 36,9 km/h gemessen, für Damm immerhin 35,2 km/h. Dank doppelter Staatsbürgerschaft hätte der Sohn eines deutschen Vaters und einer mexikanischen Mutter auch das Trikot des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) tragen können. Er entschied sich jedoch für Mexiko.