Mexiko beantragt Auslieferung von früherem Pemex-Chef aus Spanien

Der frühere Pemex-Chef Emilio Lozoya

Mexiko hat formal die Auslieferung des unter Korruptionsverdacht stehenden Ex-Chefs des staatlichen Ölkonzerns Pemex, Emilio Lozoya, aus Spanien verlangt. Der Auslieferungsantrag wurde am Dienstag der spanischen Regierung überstellt, wie das Außenministerium in Mexiko-Stadt mitteilte. Lozoya war im Februar in der südspanischen Stadt Málaga festgenommen worden. Gegen ihn sowie seine Frau, Schwester und Mutter liegen mexikanische Haftbefehle vor.

Lozoya und seine Familienangehörigen sollen in den gigantischen Korruptionsskandal um den brasilianischen Baukonzern Odebrecht verwickelt sein. Lozoya führte den mexikanischen Pemex-Konzern von 2012 bis 2016. Er war ein Vertrauter des ehemaligen mexikanischen Präsidenten Enrique Peña Nieto.

Lozoya wird vorgeworfen, mehr als zehn Millionen Dollar Schmiergeld von Odebrecht, dem größten Baukonzerns Lateinamerika, angenommen zu haben. Die Zahlungen sollen 2012 begonnen haben, als der Mexikaner Chef-Stratege im Wahlkampf von Peña Nieto war. Angeblich flossen Teile des Geldes auch in die Wahlkampfkassen. In einem anderen Fall wird Lozoya zudem der Geldwäsche beschuldigt. Der Manager weist alle Vorwürfe zurück.

Vor der Festnahme Lozoyas in Málaga gab es Vermutungen, dass er nach Deutschland geflüchtet sein könnte. Seine Ehefrau stammt laut "Süddeutscher Zeitung" aus der Bundesrepublik.

Die Korruptionsaffäre um Odebrecht erschüttert mehrere Staaten Lateinamerikas. Seit 2014 brachten die Ermittlungen ein ausgeklügeltes System zur Zahlung von Schmiergeldern an Politiker, Parteien, Staatsbeamte und Manager zutage. Odebrecht gab zu, in zwölf Ländern - darunter Mexiko - hunderte Millionen Dollar gezahlt zu haben, um Aufträge zu ergattern.